199 Länderspiele bestritt Luka Modrić bereits für die kroatische Nationalmannschaft – mit Abstand die meisten Spiele eines Kroaten für sein Land. Doch die 2:4-Niederlage gegen England gehörte nicht zu den besten Partien des 40-Jährigen. Auch die heimische Presse hält sich mit Kritik an der Kroatien-Legende nicht zurück.
„Luka Modrić war schon unzählige Male unser größter Trumpf, doch am Mittwoch blieb er hinter den Erwartungen zurück. Und ohne einen richtigen Kapitän ist es schwierig, gegen solche Nationalmannschaften zu bestehen“, schreibt die auflagenstärkste kroatische Zeitung 24sata.
Der 40-Jährige patzte ungewohnt, als er den Ball aus dem eigenen Sechzehner wegschlagen wollte, dabei allerdings den heranstürmenden Gegenspieler Noni Madueke übersah. „Ich hätte Modrić als Allerletzten so eingeschätzt, dass er da so einen dummen Elfer riskiert“, schildert Robert Andrich bei MagentaTV die Situation.
„Modric muss sich steigern“
Laut Sofascore ist das der erste verschuldete Elfmeter des Kroaten in seiner gesamten Karriere. In der 58. Minute war dann auch bereits Schluss für den Altmeister. Es handelt sich dabei um die früheste Auswechslung von Luka Modrić bei einem EM- oder WM-Spiel der Kroaten.
„Man sieht, dass Luka leidet, er will, aber er kann nicht mehr so wie früher. Modrić muss sich steigern, wenn die „Vatreni“ vom Sieg träumen wollen. Wäre er gegen die Engländer in Form gewesen, sähen diese Zeilen vielleicht ganz anders aus, und wir würden über ein großartiges Auftaktresultat sprechen“, schreibt die kroatische Zeitung Jutarnji list.
ZDF-Experte Christoph Kramer stellte Modrić vor der Partie als „Superstar ohne Allüren“ heraus, bei dem er sich „in 20 Jahren an keinen Fehler von ihm erinnern“ könne. In der Halbzeitpause zeigte sich Kramer dann einsichtig und erklärte mit Blick auf den Spielverlauf, dass seine Aussage „in der letzten Stunde schlecht gealtert“ sei.