Mit der WM-Nominierung von Leroy Sané hat Bundestrainer Julian Nagelsmann einige Fans und Medienvertreter überrascht. Hinter dem Offensivspieler liegt wahrlich keine herausragende Debütsaison bei Galatasaray Istanbul, dennoch gehört Sané zum deutschen WM-Aufgebot.

Die Rufe nach dem von Nagelsmann so häufig zitierten „Leistungsprinzip“ wurden wieder lauter. Auch deshalb hofft SPORT1-Experte Maik Franz, dass der Bundestrainer bei der WM in Nordamerika nach Leistung und nicht nach Namen oder Potenzial aufstellen wird.

Lennart Karl überzeugte gegen Finnland
Lennart Karl überzeugte gegen FinnlandLennart Karl überzeugte gegen Finnland© IMAGO/Nico Herbertz

In der SPORT1-Sendung WM Aktuell fordert Franz eine „klare Handschrift“ des Bundestrainers. „Dass er da keine Experimente macht und dass er dann wirklich dieses Leistungsprinzip auf dem Platz umsetzt.“

Maik Franz fordert Karl in der Startelf

Auch deshalb würde der Ex-Profi unbedingt auf Youngster Lennart Karl in der Startelf bauen. „Wenn ein Karl erfrischend aufspielt, dann wirf ihn rein und hoffe nicht auf irgendwas, was mal war. Nimm den aktuellen Stand und gib den Jungs das Vertrauen.“

Der 18-Jährige hatte im Test gegen Finnland sein Startelfdebüt für den DFB gegeben und spielte sich nicht nur dank einer Torvorlage ins Rampenlicht.

Konkurrenten auf der rechten Außenbahn sind vor allem Leroy Sané und der Stuttgarter Jamie Leweling.

Gradmesser für den Bundestrainer

Durch umstrittene Personalentscheidungen ist der Druck auf Julian Nagelsmann gewachsen. Immer wieder hatte er bei seinen Nominierungen das Rollenverständnis der Spieler betont. Ein Plan, der jetzt aufgehen muss, findet Franz: „Er hat gesagt, er hat jetzt alle Bausteine so zusammengefügt, dass wir als Mannschaft funktionieren können. Damit sollten wir ihn nach der WM abrechnen.“

Individuell sieht Franz die DFB-Auswahl gut aufgestellt. Nun müssten nur noch alle gut zusammenarbeiten: „Das ist jetzt wichtig, dass er seine Mannschaft zu einer Mannschaft formt.“

Wie weit die deutsche A-Nationalmannschaft schon zusammengewachsen ist, wird sich einmal mehr zeigen, wenn die DFB-Elf am Samstag im letzten Test auf den Gastgeber USA trifft. Anstoß in Chicago ist um 20.30 Uhr deutscher Zeit.