Toni Kroos und Lukas Podolski haben Kritik an der Spielweise der Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft geübt. Im TikTok-Format „Kroos und Kroos: Die WM unter der Lupe“ machten die deutschen Fußball-Weltmeister vor allem Nachholbedarf im physischen Bereich bei den DFB-Stars aus, auch eine Eigenschaft, die 2014 zum Titel führte, fehlt dem Duo im Team.

„Tah, Rüdiger und mit Abstrichen Nmecha können über 90 Minuten physisch dagegenhalten, ansonsten sind das alles keine physischen Monster“, sagte Kroos. Das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann könne mit den sechs geholten Punkten in der Gruppenphase sogar „zufrieden sein“. Gegen „zwei physisch mittelgute Mannschaften“ habe man es nicht geschafft, „das Spiel zu kontrollieren und zu beruhigen“, so der 36-Jährige.

An der jüngsten Niederlage gegen Ecuador (1:2) machte der sechsmalige Champions-League-Sieger vor allem die mangelnde Spielkontrolle fest: „Wir sind halt keine physische Mannschaft, aber dann müssen wir die fußballerischen Vorteile gegenüber Ecuador zeigen und das haben wir nicht geschafft.“

„Wir haben es mit dem Ball überhaupt nicht gut gemacht. Wir hatten keine Ruhe, keine richtige Zirkulation, ganz viele Ungenauigkeiten und einfache Fehler, die nicht zur Qualität der Spieler passen, die wir haben.“ Kroos’ Fazit war eindeutig: „Ecuador hat uns aufgefressen.“

Sein Gast Lukas Podolski sah in der Niederlage jedoch auch eine Chance für den Turnierverlauf: „Vielleicht tut so eine Niederlage mal gut, damit jeder mal in seinem Zimmerchen nachdenkt“, sagte der 41-Jährige. Sein Rat an die Mannschaft: „Man muss dem Gegner zeigen: Heute habt ihr keine Chance. Kleine Gesten. Man muss alles versuchen, um dieses Spiel zu gewinnen.“

Im Vorausblick auf das Sechzehntelfinale am Montag gegen Paraguay (22.30 Uhr, ZDF und MagentaTV), das bisher ähnlich physisch auftrat wie Ecuador, warnt Kroos: Deutschland „könnte gegen Paraguay rausfliegen“, weil das DFB-Team aktuell „gegen jeden gewinnen und gegen jeden verlieren könnte“. Er erinnerte daran, dass es früher Spiele gab, in denen das Team schlecht spielte, wie 2014 gegen Algerien, aber trotzdem gewann. „Das glaube ich kann die Mannschaft jetzt nicht mehr.“

Trotzdem sieht Kroos zwei entscheidende Faktoren für einen möglichen Turniersieg: „Es muss eklig sein, gegen uns zu spielen, und wir brauchen Musiala und Wirtz in Top-Form – das haben wir nicht. Wenn sich das beides nicht ändert, dann wird es nicht mehr lange gehen.“