Erst entschuldigte sich der Staatspräsident bei seinen Landsleuten, dann trat der heftig kritisierte Nationaltrainer zurück: Das Vorrunden-Aus bei der Fußball-WM hat in Südkorea zu schnellen Konsequenzen geführt.

Zunächst schrieb Staatsoberhaupt Lee Jae Myung auf X von einer „großen Enttäuschung, die durch dieses inakzeptable Ergebnis verursacht wurde. Wir werden zügig daran gehen, die Sportverwaltung zu reformieren, damit sich so etwas niemals wieder ereignet“.

Südkoreas Trainer Myung-bo Hong tritt zurück
Südkoreas Trainer Myung-bo Hong tritt zurückSüdkoreas Trainer Myung-bo Hong tritt zurück© IMAGO/Branislav Racko

Wenig später warf Chefcoach Myung-bo Hong das Handtuch. „Ich entschuldige mich aufrichtig bei der koreanischen Öffentlichkeit, die unsere Mannschaft unterstützt hat. Heute trete ich von meinem Amt zurück“, erklärte der 57-Jährige auf einer Pressekonferenz am Sonntag im mexikanischen Zapopan, wo die Südkoreaner ihr Trainingslager bezogen hatten.

Son-Verzicht sorgte für massive Kritik

Hong hatte vor allem wegen seines Verzichts auf Stürmerstar Heung-Min Son in der Startelf bei der unerwarteten 0:1-Pleite gegen Südafrika für Unmut gesorgt. Nach knapp zwei Jahren an der Seitenlinie Südkoreas endet nun seine Amtszeit.

Lee hatte den Trainer und die sportliche Führung als Schuldige ausgemacht. „Wenn Loyalität und Fraktionismus höher bewertet werden als Kompetenz und inkompetente Personen in Führungspositionen berufen werden, ist das Ergebnis so gut wie vorprogrammiert“, schrieb er.

Südkoreas dritter Platz nach nur einem Sieg (2:1 gegen Tschechien) sowie einem weiteren 0:1 gegen Mexiko reichte nicht zum Einzug ins Sechzehntelfinale.

Im Turnierverlauf hatte ein Streit zwischen dem Team und den Medien die Atmosphäre beim WM-Halbfinalisten von 2002 nachhaltig eingetrübt.