Der frühere Fußball-Nationalspieler Jürgen Kohler traut der deutschen Auswahl bei der WM den Titel zu. „Der Auftritt gegen die Elfenbeinküste hat mich darin bestätigt, was ich schon vor Beginn des Turniers gesagt habe: Deutschland kann Weltmeister werden! Denn das war ein starker Gegner“, schrieb der Weltmeister von 1990 in seiner kicker-Kolumne.

„Entscheidend war die Breite im Kader“, meinte Kohler zu den Gründen für den 2:1-Sieg im zweiten Gruppenspiel, der gleichbedeutend war mit dem vorzeitigen Einzug in die K.o.-Runde. Während der dreimalige Afrikameister seine Topspieler „nicht gleichwertig ersetzen konnte“, habe Bundestrainer Julian Nagelsmann nachlegen können.

Undav? „Erinnert mich an Gerd Müller“

Kohler (60/105 Länderspiele) hob Nadiem Amiri heraus, der das wichtige 1:1 mit einer perfekten Flanke vorbereitet hatte, vor allem aber Doppelpacker Deniz Undav. Der Super-Joker sei „unheimlich wertvoll, er erinnert mich mit seinen Bewegungen und seinem Instinkt immer wieder an Gerd Müller“.

Für Nagelsmann werde es „eine schwere Entscheidung“ bei der Frage, ob er Undav nicht in die Startelf beordern muss. „Ich beneide Julian nicht.“ Verändern aber sollte der Bundestrainer für das letzte Gruppenspiel gegen Ecuador am Donnerstag (22 Uhr LIVETICKER) seine Formation – das wäre laut Kohler „richtig und wichtig“ für die „Hygiene im Team“ und dafür, „allen das Gefühl zu geben, wichtig zu sein“.

Und der WM-Titel? „Ich sehe keine Übermannschaft“, schrieb Kohler, „sei es Frankreich, Argentinien, Brasilien, England oder Spanien“.