Bei der WM 2022 in Katar gab die deutsche Mannschaft beim Versuch, eine politische Botschaft zu versenden, eine unglückliche Figur ab. Geht es nach Jürgen Klinsmann, sollte sich das beim Turnier 2026 nicht wiederholen. Die Elf von Bundestrainer Julian Nagelsmann möge aus Anstandsgründen gänzlich auf politische Botschaften verzichten.
„Absolut nicht“ solle sich die deutsche Auswahl bei der Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA politisch positionieren. „Du gehst nicht als Team in ein Land, um politische Botschaften zu überbringen. Das gehört sich nicht“, sagte Klinsmann in der ARD-Sendung „Maischberger“.
„Wenn ich das aus der Ferne mache – egal, ob Katar oder Russland, dann kreiere ich schlechtes Karma“ erinnerte der ehemalige Stürmer an die beiden vergangenen Turniere. Gerade bei der Weltmeisterschaft in Katar hatten politische Debatten die Medienlandschaft dominiert und auch im DFB-Team Einzug gehalten. Die Menschenrechtssituation am Austragungsort wurde nicht nur im Vorfeld des Turniers scharf kritisiert.
WM 2022: DFB-Elf will politisches Zeichen setzen
Schließlich wollte die DFB-Elf in dem Land, in dem Homosexualität unter Strafe steht, mit der sogenannten One-Love-Binde ein Zeichen für Vielfalt setzen. Schlussendlich beugte sich die Nationalmannschaft unter dem damaligen Trainer Hansi Flick dem Weltverband FIFA, der die Binde verboten hatte. Die Folge war ein Mannschaftsbild, bei dem sich die DFB-Stars die Hand vor den Mund hielten.
„Man hat Katar unglaublich schlechtgeredet, ohne irgendwelche Beweise vorzulegen. Dann schädigst du deine Mannschaft. Das macht man einfach nicht“, unterstrich Klinsmann und hofft auf einen Lerneffekt bei der DFB-Truppe. „Die Lektion haben wir jetzt gelernt von Russland und Katar.“
Sowohl bei der Weltmeisterschaft in Russland 2018 als auch vier Jahre später in Katar schied die DFB-Elf bereits in der Gruppenphase aus. Das will die Nagelsmann-Elf tunlichst verhindern. Am Sonntag gegen Curacao (19 Uhr, im SPORT1-Liveticker) soll der Grundstein für eine erfolgreiche WM gelegt werden.