Die deutsche Nationalmannschaft wird mit Rückenwind in die Weltmeisterschaft starten. Beim letzten Test vor Beginn des Turniers siegte die Elf von Julian Nagelsmann mit 2:1 gegen den Gastgeber USA.

In der Mittagshitze von Chicago war die deutsche Mannschaft über weite Teile überlegen. Defensiv offenbarte sie aber auch einige Lücken, während die offensive Künstlerreihe weitestgehend blass blieb. Die deutschen Spieler in der SPORT1-Einzelkritik.

Florian Wirtz blieb über weite Strecken wirkungslos
Florian Wirtz blieb über weite Strecken wirkungslosFlorian Wirtz blieb über weite Strecken wirkungslos© IMAGO/Ulmer/Teamfoto

OLIVER BAUMANN: Hielt den Sieg fest. Vertrat weiterhin den noch nicht spielfitten Manuel Neuer. Bei einer scharfen Flanke flog er vorbei, einen Abnehmer gab es allerdings nicht (12. Spielminute). Nichts zu halten gab es bei dem Ausgleichshammer von Antonee  Robinson (37.). Verhinderte kurz nach der Pause mit einer starken Doppelparade gegen Christian Pulisic einen deutschen Rückstand (49.). Gute Parade gegen Joe Scally (81.) und später gegen Brenden Aaronson (87.). Gegen Curacao wird er wohl wieder von der Bank aus zugucken müssen. Doch sollte Neuer überraschend doch nicht einsatzfähig sein, muss sich kein DFB-Fan Sorgen machen. Denn auf Baumann ist weiterhin Verlass. SPORT1-Note: 2

Tah ist der Abwehrchef

NATHANIEL BROWN (bis 61.): Bekam wie schon im Test gegen Finnland den Vorzug vor David Raum. Machte erneut ein gutes Länderspiel: Ballsicher, zweikampfstark und mit Offensivdrang. Könnte nur noch etwas mutiger sein, wie in der 10. Minute, als er viel Grün vor sich hatte, dann aber lieber den im Abseits stehenden Havertz bediente. US-Flügelspieler Sergino Dest biss sich an ihm die Zähne aus. Machte nach gut einer Stunde Platz für David Raum (61.). Er darf sich weiterhin große Hoffnungen auf einem Startelfplatz beim WM-Auftakt machen. SPORT1-Note: 2,5

JONATHAN TAH: Überzeugte als unumstrittener Abwehrboss in der DFB-Elf. Kochte Folarin Balogun ganz stark ab (8.) und blockte den Stürmer der AS Monaco auch ein paar Minuten später entscheidend beim Abschluss ab (16.). Vor dem Pausenpfiff gegen Pulisic zweimal in höchster Not zur Stelle (44., 45.). SPORT1-Note: 2

NICO SCHLOTTERBECK: Auch der Dortmunder zeigte eine ordentliche Vorstellung. Gerade mit dem Ball am Fuß eine Bereicherung für das deutsche Spiel. Zweimal agierte er im Zweikampf allerdings zu nachlässig. Erst setzte sich Dest gegen ihn durch und zielte nur knapp zu hoch (42.). Später ließ er sich von Pulisic zu leicht mit einem angetäuschten Schuss auswackeln. Glück für ihn, dass Tah mit einer Grätsche zur Hilfe eilte (44.). Nach der Pause ließ er kaum mehr etwas anbrennen. SPORT1-Note: 3

JOSHUA KIMMICH (bis 62.): Flankte den Freistoß mit einer guten Schärfe direkt auf den Kopf von Havertz – 1:0 für die DFB-Elf (2.). Rückte in Ballbesitz – wie gewohnt – ins Zentrum und beteiligte sich häufig am Spielaufbau. Verhinderte mit einer starken Grätsche eine Robinson-Flanke (15.). Mal mit starker Balleroberung, wie gegen Pulisic (29.), später leistete er sich aber auch einen leichtfertigen Ballverlust gegen den Ex-Dortmunder (45.). Wurde in der 61. ausgewechselt – für ihn kam Waldemar Anton. SPORT1-Note: 3

Musiala braucht noch Zeit

ALEKSANDAR PAVLOVIC (bis 80.): Wahnsinnig lauffreudig und scheute keinen Zweikampf. Auch am Ball ungemein ballsicher. Dirigierte somit häufig das Spieltempo der Nationalmannschaft. Spielte kaum riskante Bälle, dafür sind im DFB-Team andere zuständig. SPORT1-Note: 3

FELIX NMECHA (bis 80.): Holte den Freistoß vor dem Führungstreffer der DFB-Elf heraus (2.). Bei seinem Abschluss war US-Keeper Freese zur Stelle (50.). Mit seiner Dynamik und körperlichen Präsenz ist er der perfekte Partner für Pavlovic auf der Doppelsechs – auch wenn er nicht sein bestes Spiel erwischte. Beide defensiven Mittelfeldspieler müssen noch an ihrer Abstimmung arbeiten. Denn die USA kamen zu oft überfallartig durchs Zentrum. SPORT1-Note: 3,5

FLORIAN WIRTZ (bis 80.): Versuchte viel, biss sich an den leidenschaftlich verteidigenden US-Amerikanern aber häufig die Zähne aus. Dafür machte er auch defensiv viele Meter mit und schreckte vor keinen direkten Duellen zurück. Ungewohnt: Eine Flanke rutsche ihm komplett über den Schlappen (30.). Fazit: Nicht so prägend wie sonst, dennoch ungemein wichtig für das DFB-Team. SPORT1-Note: 4

JAMAL MUSIALA (bis 80.): Er ist noch immer nicht der Alte. Ein paar Körner fehlen ihm noch. Das ist nach seiner langen Verletzung aber nicht überraschend. Gerade in den direkten Duellen lässt er sich zu leicht vom Ball trennen. Bekommt er Raum, strahlt er dennoch immer Gefahr aus. Neun Tage hat er noch, um einen weiteren Schritt nach vorne zu machen, um dann ein wichtiger Faktor für das DFB-Team zu werden. Kurz vor dem Ende machte er Feierabend, für ihn kam Nadiem Amiri (80.). SPORT1-Note: 4

Licht und Schatten bei Sané

LEROY SANÉ: Sehr agile Anfangsminuten des Ex-Münchners, der durch die Verletzung von Lennart Karl in die Startelf rückte. Beim vermeintlichen 2:0 für die DFB-Elf flankte er den Ball kurz nach der Auslinie (7.). Tauchte dann bis zur Halbzeit komplett unter. Nach der Pause dann aber wieder deutlich besser und belohnte sich selbst: Die Ablage von Havertz zog er mit links ins lange Eck – 2:1 für Deutschland (57.). Er wirkte nicht immer leidenschaftlich bei der Sache, kann dennoch den Unterschied machen. SPORT1-Note: 2,5

KAI HAVERTZ (bis 61.): Ein Tor, eine Vorlage! Untermauert seine immense Bedeutung für Nagelsmann und die DFB-Elf. Nicht einmal zwei Minuten brauchte der Champions-League-Teilnehmer, um mit seinem zweiten Ballkontakt den Ball im Netz zu versenken – 1:0. So frei wie bei seinem Kopfballtor dürfte er sonst aber nur selten stehen (2.). Minuten später erhöhte er auf das vermeintliche 2:0 – allerdings aus dem strafbaren Abseits, weshalb der Treffer nicht zählte. Auch gegen den Ball ungemein fleißig, hatte schöne Balleroberungen, wie in der 28. Minute. Beim 2:1-Führungstreffer von Sané legte er den Ball überlegt im Strafraum ab (57.). SPORT1-Note:1,5

DAVID RAUM (ab 61.): Interpretiert den Linksverteidiger etwas aggressiver als Brown, sah deshalb auch die erste Gelbe Karte des Spiels (70.). SPORT1-Note: 3,5

DENIZ UNDAV (ab 61.): Fügte sich nahtlos ins deutsche Spiel ein. Stellte seinen Körper oft zwischen Ball und Gegenspieler und ließ die Bälle so häufig tropfen. Große Tor-Aktionen hatte er in der halben Stunde allerdings nicht mehr. SPORT1-Note: 3

WALDEMAR ANTON (ab 61.): Ersetzte Kimmich auf der rechten Außenverteidiger-Position. Auch wenn es nicht seine gelernte Rolle ist, machte er einen soliden Job. An ihm kommt so schnell keiner vorbei. Bei Tempodribblings wird es über diese Seite dennoch ab und an gefährlich. SPORT1-Note: 3

NADIEM AMIRI (ab 80.): Kam zu spät für eine SPORT1-Bewertung.

LEON GORETZKA (ab 80.): Kam zu spät für eine SPORT1-Bewertung.

ANGELO STILLER (ab 80.): Kam zu spät für eine SPORT1-Bewertung.

MAXIMILIAN BEIER (ab 80.): Kam zu spät für eine SPORT1-Bewertung.

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