Die Wortwahl war eine andere, aber „narrisch“ ging es auch dieses Mal zu: Der späte Ausgleich Österreichs im WM-Spiel gegen Algerien hat am frühen Sonntagmorgen auch die TV-Kommentatoren im ORF mitgerissen.

„Bist. Du. Deppert“, schrie Daniel Warmuth in sein Mikrofon, mit ausgebreiteten Armen stand er auf der Tribüne des Stadions in Kansas City: „Ich habe so etwas noch nicht erlebt! Aus! Ich kann nicht mehr!“

ORF-Kommentator Daniel Warmuth sprang bei Österreichs spätem Ausgleich auf
ORF-Kommentator Daniel Warmuth sprang bei Österreichs spätem Ausgleich aufORF-Kommentator Daniel Warmuth sprang bei Österreichs spätem Ausgleich auf© Screenshot ORF

WM 2026: Ex-Stuttgart sorgt für Eskalation

Der frühere Stuttgarter Sasa Kalajdzic hatte Österreich mit seinem Tor zum 3:3-Endstand in der sechsten Minute der Nachspielzeit vor dem WM-Aus bewahrt, nur drei Minuten nach dem vermeintlich entscheidenden Führungstreffer der Algerier – und Erinnerungen wurden wach an Edi Fingers legendäre Radioreportage vom 3:2-Sieg Österreichs gegen Deutschland bei der WM 1978. Der Ausruf „I wer‘ narrisch“ wurde zu einem Stück Sportgeschichte.

48 Jahre später rief Warmuth nun mit sich überschlagender Stimme mehrfach den Namen des Torschützen, „mich beutelt es komplett durch“, sagte er etwas später und dachte dann an die Menschen in der Heimat, für die es früher Sonntagmorgen war: „In Österreich sind sicher ein paar Kaffeehäferl vom Tisch geflogen.“

WM 2026: Österreich fordert nun Spanien

So weit wie Edi Finger wird es Warmuth in den Geschichtsbüchern womöglich nicht bringen, der damalige Sieg über den Weltmeister Deutschland war vor allem ein emotionaler Höhepunkt in Österreichs Sporthistorie.

Damals allerdings schied Österreich dennoch aus, das Unentschieden in Kansas City hatte nun sportlich größere Auswirkungen: Als Gruppenzweiter schaffte es Österreich in die K.o.-Phase der WM, erstmals seit 44 Jahren. Im Sechzehntelfinale geht es am 2. Juli nun gegen Europameister Spanien.