Es waren emotionale Momente, die sich rund um Nationalspieler Nadiem Amiri abspielten. Rund zwei Stunden vor der offiziellen Bekanntgabe des deutschen WM-Kaders wusste der Mainzer noch nicht, ob er beim Turnier in den USA, Mexiko und Kanada dabei sein würde.
Zu sehen sind die Szenen in der ZDF-Dokumentation „World Cup“, in der Moderator und Podcaster Tommi Schmitt die DFB-Spieler Nadiem Amiri, David Raum und Nick Woltemade über eine komplette Saison begleitet hat.
Am 21. Mai, dem Tag der Kaderbekanntgabe, traf sich Schmitt mit Amiri in Ludwigshafen am Rhein. Als Amiri aus einem Fahrzeug ausstieg, fiel er dem Moderator direkt in die Arme. Kurz zuvor hatte ihn Bundestrainer Julian Nagelsmann angerufen.
Amiri berichtet von Nagelsmann-Telefonat
„Ich bin dabei. Ich war gerade schockiert im Auto, weil er so normal am Telefon war. Aber er hat mir gesagt: ,Du bist dabei, Nadiem. Wir brauchen Dich‘“, erzählte ein freudestrahlender Amiri. „Dass ich mich gegen viele andere gute Spieler durchgesetzt habe – mir fehlen die Worte.“
Schmitt freute sich mit dem 29-Jährigen: „Krass. Abgefahren. Weltmeisterschaft.“
Amiri machte daraufhin deutlich, wie groß die Anspannung in den Tagen zuvor gewesen war: „Ich habe seit drei Tagen gewartet. Ich glaube, ich habe zwei bis drei Kilo abgenommen.“
„Das kam jetzt unerwartet“
Kurz darauf schaute sich der Mainzer das vom DFB bei Social Media gepostete Video an, in dem Amiris Nominierung mit emotionalen Worten seiner Mutter untermalt wird.
Auch Amiris Frau und sein Sohn sind zu hören, bevor Nagelsmann die Nominierung erklärt. Amiri kämpfte beim Anblick des Clips mit den Tränen und hielt sich die Hände vor das Gesicht.
„Das kam jetzt unerwartet“, gab er zu. „Eigentlich wollte ich nie vor der Kamera weinen. Ich bin gerade brutal überwältigt, der glücklichste Mensch auf der Welt.“
Erstes großes Turnier für Amiri
Am Rande des DFB-Pokal-Finales erklärte auch Nagelsmann, dass das Telefonat mit Amiri besonders gewesen sei: „Nadiem Amiri war schon sehr emotional, weil er sehr spät Bescheid bekommen hat. Ich glaube, dass er nicht mehr damit gerechnet hat, dass er dabei ist.“
Für Amiri (zehn Länderspiele) ist es das erste Turnier mit der deutschen Nationalmannschaft. Sein Debüt für das DFB-Team hatte er bereits 2019 unter dem damaligen Bundestrainer Joachim Löw gefeiert.
Danach verschwand er für mehrere Jahre aus dem Kreis der Nationalmannschaft, ehe er unter Julian Nagelsmann den Sprung zurückschaffte.