Novum bei der spanischen Nationalmannschaft: Erstmals fahren die Iberer ohne einen einzigen Spieler von Real Madrid zu einer Weltmeisterschaft. Das ist nach der offiziellen Kaderbekanntgabe durch Nationaltrainer Luis de la Fuente am Montag klar.

Die letzte Hoffnung aus Sicht der Madrilenen machte der Nationalcoach mit der Streichung von Dean Huijsen, der als einzige realistische Option galt, zunichte.

Dani Carvajal stand wohl schon gar nicht in der 55er-Kaderliste – nach seiner schweren Knieverletzung aus dem Oktober 2024 und den Folgen. Fran García und Gonzalo waren offenbar nur für den Notfall eingeplant, wurden aber nicht gebraucht.

WM: Spanien erstmals ohne Real-Spieler

Bei den bisherigen 16 WM-Teilnahmen war bei „La Roja“ stets ein Spieler der Königlichen dabei gewesen. Dies ist beim anstehenden Turnier in den USA, Kanada und Mexiko aber nicht der Fall.

„Das schlimmste Ende der Saison für Real Madrid hat sich bewahrheitet: Sie werden die spanische Nationalmannschaft nicht bei der Weltmeisterschaft vertreten“, schrieb die Sport. Die Marca sprach von einem „Risiko, das über Real Madrid schwebte“ und „nun Realität geworden“ ist.

Aus der Bundesliga ist mit Alejandro Grimaldo von Bayer Leverkusen lediglich ein Spieler dabei. Die meisten Spieler kommen von Meister FC Barcelona: Insgesamt acht Spieler entsenden die Katalanen. Auch Lamine Yamal, der sich zuletzt am linken Oberschenkel verletzte und den WM-Auftakt wohl verpassen dürfte, steht im Aufgebot.

„Schaue nicht auf den einen oder anderen Verein“

De la Fuente stellte den Vereinsstempel aber demonstrativ in den Hintergrund: „Ich bin Nationaltrainer, ich schaue nicht auf den einen oder anderen Verein. Ich habe nicht diesen Lokalpatriotismus, den ein Fan haben kann.“ Gleichzeitig betonte er sein Vertrauen in den Kader: „Wir sind zufrieden, denn als wir die Liste endgültig festgelegt haben, konnten wir ruhig schlafen.“

Neben Yamal berief der 64-Jährige in Pau Cubarsi, Eric Garcia, Pedri, Dani Olmo, Ferran Torres, Gavi und Torhüter Joan Garcia sieben weitere Spieler von Meister Barcelona.

In die Reihe der „besonderen“ Listen reiht sich auch die EM 2020 ein, die erst 2021 gespielt wurde und bei der Spanien ebenfalls ohne Madrilenen auskam. Das einzige frühere Endrunden-Beispiel ohne Real-Bezug war Spaniens Olympia-Team 1920 (Silber in Antwerpen).

Auf der anderen Seite der Skala stehen die WM-Jahrgänge 1962 und 1986, als Spanien jeweils mit sieben Madrid-Spielern antrat. Nun dreht sich die Statistik: Barcelona bleibt als einziger Klub übrig, der in jedem spanischen WM-Kader vertreten war.

Spanien trifft zum Auftakt am 15. Juni in Atlanta auf Neuling Kap Verde. Danach geht es in der Gruppe H gegen Saudi-Arabien (21. Juni) und Uruguay (27. Juni).

Spaniens Kader für die WM:

Tor: Unai Simon (Athletic Bilbao), David Raya (Arsenal), Joan Garcia (FC Barcelona)

Abwehr: Pau Cubarsi (FC Barcelona), Aymeric Laporte (Athletic Bilbao), Marc Cucurella (Chelsea), Alejandro Grimaldo (Bayer Leverkusen), Pedro Porro (Tottenham Hotspur), Eric Garcia (FC Barcelona), Marc Pubill (Atletico Madrid), Marcos Llorente (Atletico Madrid)

Mittelfeld/Angriff: Rodri (Manchester City), Pedri (FC Barcelona), Gavi (FC Barcelona), Martin Zubimendi (Arsenal), Alex Baena (Atletico Madrid), Mikel Merino (Arsenal), Fabian Ruiz (PSG), Dani Olmo (FC Barcelona), Lamine Yamal (FC Barcelona), Mikel Oyarzabal (Real Sociedad), Nico Williams (Athletic Bilbao), Ferran Torres (FC Barcelona), Borja Iglesias (Celta Vigo), Yeremy Pino (Crystal Palace), Victor Munoz (Osasuna)

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