Kurz vor dem Start der der Leichtathletik-WM in Budapest gibt es große Aufregung im britischen Team. Denn die Chefs des Verbandes mussten ihre Stars daran erinnern, sich gründlicher an die Anti-Doping-Regeln zu halten.
Wie die britische Zeitung The Times berichtet, hatte es in den vergangenen Monaten verstärkt verpasste Doping-Kontrollen bei den Athletinnen und Athleten gegeben.
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Laut dem Bericht sollen mehrere Sportler schon zweimal einen Test verpasst haben oder zumindest ungenaue Angaben über den aktuellen Aufenthaltsort gemacht haben, weshalb unangekündigte Tests nicht möglich waren. Bei einem dritten Vergehen innerhalb von zwölf Monaten droht eine Sperre von zwei Jahren.
Die Anzahl der Verfehlungen sei zwar in den vergangenen Monaten in Richtung Weltmeisterschaft zurückgegangen, trotzdem sei gerade die Anzahl der falschen Angaben über den aktuellen Standort alarmierend. „Es hat noch nie so viele geben“, erklärte ein Insider gegenüber der Times.
Sind Kürzungen im Budget für Fehler verantwortlich?
Der Britische Athletenverband (UKA) wollte auf Nachfrage der Times die Vorfälle nicht kommentieren.
Intern sollen aber finanzielle Kürzungen als eine der Ursachen für die Versäumnisse ausgemacht worden sein. Nach der Corona-Pandemie musste der Verband die Anzahl seiner Mitarbeiter im Bereich „Clean Sport“ kürzen, die auch dabei geholfen hatten, die Athleten an ihren Test und Verpflichtungen zu erinnern.
Ansonsten hätte die Abteilung womöglich schließen müssen.
Seitdem sei die Anzahl der Versäumnisse drastisch gestiegen. Die Athleten müssen der Welt-Anti-Doping-Agentur ihre Informationen in einem Management-System melden. Zusätzlich müssen sie am jeweiligen Ort einen 60-minütigen Slot angeben, in dem sie für einen Test zur Verfügung stehen.
Zudem müssen die Athleten dort auch Informationen zu ihren Trainingszeiten und zu Wettkämpfen angeben, an denen sie vorhaben teilzunehmen.
Für das Mitteilen ihrer Daten gibt es eine Handy-App, auf der auch kurzfristige Änderungen eingetragen werden können. Die endgültige Verantwortung, ihren Standort mitzuteilen, liegt also bei den Sportlern selbst.
Superstar Mo Farah fiel durch Fehler auf
Die Probleme beim Übermitteln des Standortes treten im britischen Leichtathletik-Team dabei nicht zum ersten Mal auf.
So musste die 400-Meter-Olympiasiegerin von den Spielen 2008 in Peking, Christine Ohuruogu, vor den Spielen eine einjährige Sperre absitzen, weil sie im Oktober 2005 einen Test verpasste und im Juni 2006 zu zwei weiteren nicht anzutreffen war.
Auch Langstrecken-Superstar Mo Farah hatte schon wegen verpasster Tests Ärger mit den Anti-Doping-Behörden, als er 2010 und 2011 insgesamt zwei Test verpasste.
Beim zweiten Vergehen war Farah nicht am angegebenen Ort anzutreffen. Die Tester hatten mehrfach vergebens an dessen Haustür geklingelt. Da es aber nur zwei verpasste Test waren, wurde der Superstar nicht gesperrt.
Über konkrete Konsequenzen für die aktuellen britischen Athleten ist bislang nichts bekannt.