Andreas Rettig hat Uli Hoeneß für dessen neuerliche Aussagen zu Katar erneut harsch kritisiert. Die Fehde der Funktionäre hat eine Vorgeschichte.
Nachdem Uli Hoeneß auf einer Podiumsdiskussion erneut für WM-Gastgeber Katar geworben hatte (WM 2022: Hoeneß: „Das war jahrelang eine Mafia“), reagierte nun sein Erzfeind Andreas Rettig und widersprach dem Bayern-Ehrenpräsidenten deutlich.
„Den Unsinn, den Herr Hoeneß in Sachen Frauenfußball transportiert, ist ja erkennbar und nachweisbar Sportswashing“, sagte Rettig im Interview mit dem „FC Fair Play“.
Fehde begann im Doppelpass
„Zu glauben, die Frauen des FC Bayern fliegen dorthin und schon nimmt die Entwicklung des Frauenfußballs in Katar rasant Fahrt auf, ist falsch“, ergänzte Rettig. „Es gibt eigentlich keine am Spielbetrieb teilnehmende Frauennationalmannschaft. Die sind gar nicht mehr in der FIFA-Weltrangliste gelistet, weil die gar keine Spiele machen.“ (NEWS: Alles Wichtige zur WM)
Die Privatfehde zwischen Rettig und Hoeneß war im SPORT1-Doppelpass Ende September erneut eskaliert. Rettig hatte in der Sendung WM-Gastgeber Katar scharf kritisiert. Hoeneß ließ sich per Telefon in die Doppelpass-Runde durchstellen und bezeichnete Rettig als „König der Scheinheiligen“. Dieser warf Hoeneß daraufhin vor, ein „Katar-Lobbyist“ zu sein.
Dass die WM in Katar das Land zum Positiven verändern könnte, glaubt Rettig anders als Hoeneß nicht. „Mir ist kein sportliches Großereignis bekannt, welches zu positiven gesellschaftlichen Veränderungen geführt hat“, sagte der ehemalige DFL-Geschäftsführer und fügte hinzu: „Im Gegenteil. Wenn wir nach China oder nach Russland schauen.“