WM-Gastgeber Katar greift durch!

Wie Equidem, ein in London ansässiges Beratungsunternehmen für Menschenrechte, berichtet, hat Katar mehrere protestierende Gastarbeiter festnehmen lassen und teilweise des Landes verwiesen. Katars Regierung bestätigte knapp drei Monate vor Beginn der Fußball-WM mehrere Festnahmen im Zuge der Proteste vom 14. Mai, kommentierte die angeblichen Ausweisungen aber nicht.

Etwa 60 Arbeiter hatten in Doha gegen die Arbeitsbedingungen protestiert, einige von ihnen sollen seit sieben Monaten keinen Lohn erhalten haben. „Wir haben mit mehreren Männern gesprochen, die an den Protesten teilgenommen haben, darunter einem, der nach Nepal zurückgebracht wurde“, sagte Equidem-Chef Mustafa Qadri: „Andere Arbeiter aus Bangladesch, Indien, Ägypten und den Philippinen wurden ebenfalls zurückgeschickt.“

Arbeiter sollen gegen Gesetze der öffentlichen Sicherheit verstoßen haben

Die Regierung des Wüstenstaates begründete die Festnahmen am Montag mit Verstößen gegen die Gesetze zur öffentlichen Sicherheit – die Arbeiter hatten unter anderem den Verkehr blockiert. Das Arbeitsministerium werde nun die Löhne der für die Al Bandary International Group arbeitenden Männer zahlen. Gegen das Konglomerat laufen wegen ausbleibender Gehälter bereits seit einiger Zeit Untersuchungen.

Katar steht wegen der Arbeitsbedingungen bereits seit Jahren in der Kritik. Auch beim Bau der Stadien für die Winter-WM (20. November bis 18. Dezember) waren die Rechte der Gastarbeiter systematisch missachtet worden. Menschenrechts-Organisationen hatten den Weltverband FIFA zuletzt zu Entschädigungszahlungen für Gastarbeiter und deren Familien aufgefordert.