Der eingetragene Verein TSV München von 1860 hat den Kooperationsvertrag mit dem Unternehmen HAM International Limited des jordanischen Investors Hasan Ismaik gekündigt.

In einem kurzen Statement des e.V. heißt es, dass man den Schritt „aus wichtigem Grund mit sofortiger Wirkung“ unternommen habe: „Mit Blick auf die Saison 2026/2027 ergreift der TSV 1860 München alle organisatorisch und formalrechtlich erforderlichen Maßnahmen. Dem TSV München von 1860 e.V. liegt bereits die Zulassung des Bayerischen Fußballverbandes für die Regionalliga Bayern vor.“

1860 München: Zwangsabstieg in die Regionalliga

Die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorgang. An der Kommanditgesellschaft hält das Unternehmen von Ismaik rund 60 Prozent der Anteile. Noch offen ist, ob der Geschäftsmann gegen die Kündigung rechtlich vorgehen wird.

Noch vor der nun gefallenen Entscheidung des e.V. hatte Ismaik erklärt, die KGaA nicht vor einer drohenden Insolvenz bewahren zu wollen.

Wie die Bild-Zeitung und die SZ berichten, verliert die KGaA durch die Kündigung des Kooperationsvertrags das Spielrecht, das benötigt wird, um Lizenzen zu beantragen. Dieses liegt nun beim eingetragenen Verein. Genau das sollte durch die Beendigung des Vertrags wohl auch erreicht werden.

Denn, so schreibt die SZ, die Einsicht in die Vertragsunterlagen hat, dass sich der e.V. verpflichtet habe, „keinesfalls selbst und/oder über einen Dritten (Ausnahme: KGaA) beim Fußballverband einen Antrag auf Erhalt einer Lizenz zur Teilnahme am Spielbetrieb an den Lizenzligen bzw. für (…) andere von den Fußballverbänden veranstaltete Ligen (einschließlich 3. Liga und Regionalliga)“ zu beantragen.

Dies galt sogar ausdrücklich im Falle einer Insolvenz der KGaA.

Darum konnte der TSV den Ismaik-Vertrag jetzt kündigen

Kündigen konnte der Verein den am 30. Mai 2011 geschlossenen Kooperationsvertrag, weil Ismaik ein wichtiges Darlehen kurzfristig verweigert hatte, was letztlich eine nicht zu schließende Liquiditätslücke und damit den Zwangsabstieg aus der dritten in die Regionalliga bedeutete.

Vor einigen Tagen hatte die KGaA daher bereits mitgeteilt: Im Vertrag sei „festgehalten, dass der Mitgesellschafter Hasan Ismaik die erforderlichen finanziellen Mittel für den Spielbetrieb der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA zur Verfügung stellt, sofern die Eigenmittel der Gesellschaft dafür nicht ausreichen.“ Genau das war diesmal nicht geschehen – letztlich fehlte eine Summe von 2,7 Millionen Euro für den Erhalt einer Drittliga-Lizenz.