Das Chaos bei 1860 München nimmt kein Ende. Am Dienstagabend endete die Frist für den Traditionsverein, die Insolvenz doch noch abzuwenden. Nach turbulenten Stunden gibt es aber offenbar keine Rettung. Einmal mehr steht beim Treffen der Gesellschafter der Investor Hasan Ismaik im Fokus.
1860 hatte Ende Mai mitgeteilt, dass der geschlossene Kooperationsvertrag mit dem Jordanier „aus wichtigem Grund mit sofortiger Wirkung gekündigt“ worden sei. Die Münchner hatten verpasst, die Lizenzbedingungen für die dritte Liga zu erfüllen. Bis zur Frist konnte der Klub keinen Nachweis über die Deckung der fehlenden Etat-Summe von 2,7 Millionen erbringen.
Als Grund gab der Verein eine nicht erfüllte Finanzierungszusage von Investor Ismaik an, als Konsequenz muss der Meister von 1966 nun zum zweiten Mal nach 2017 den Gang in die Viertklassigkeit antreten. Ismaik drohte zudem mit einer Klage gegen den Verein.
Ismaik forderte Entschuldigung
Nun hätte die Insolvenz der KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien) womöglich doch noch verhindert werden können. Ismaik hatte dem Verein noch kurz Hoffnung gemacht. Kurz stand die Rückgabe seiner Investor-Anteile im Raum. Laut Merkur hat der Jordanier eine öffentliche Entschuldigung des Klubs für den Umgang mit ihm in 15 gemeinsamen Jahren gefordert.
Zugleich schreibt der Merkur, dass eine Einigung mit Ismaik wohl auch nicht mehr viel geändert hätte. Denn der 48-Jährige habe nicht mehr vorgehabt, die KGaA mit einer Zahlung 7,3 Millionen Euro zu retten. Diese Summe wäre aber nötig gewesen.
Ismaiks Plan lautete stattdessen: Der Verein und andere Partner müssen dieses Geld aufbringen. Das wäre innerhalb von wenigen Stunden aber utopisch gewesen.
Schlussendlich gab es keine Lösungen mehr und so muss Geschäftsführer Manfred Paula am Mittwoch nun die Insolvenz beim Amtsgericht einleiten. Das teilte der Verein in einem Schreiben an seine Gesellschafter inzwischen mit. Ein langer Rechtsstreit wird nun unumgänglich.