Nach dem Lizenzentzug für die 3. Liga und dem Zwangsabstieg in die Regionalliga Bayern erfolgt beim TSV 1860 München die nächste Zäsur: Die Löwen haben nun offiziell einen Insolvenzantrag gestellt. Das teilte der Münchner Traditionsklub am Donnerstag auf seiner Webseite mit.

Die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA und die TSV München von 1860 Geschäftsführungs-GmbH reichten demnach am Dienstag den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht München ein.

1860 München hat einen Insolvenzantrag gestellt
1860 München hat einen Insolvenzantrag gestellt1860 München hat einen Insolvenzantrag gestellt© IMAGO/Lucca Fundel

1860 München stellt Insolvenzantrag: Eingetragener Verein nicht betroffen

Der eingetragene Verein TSV München von 1860 e.V. und seine Amateursportsparten seien von den vorläufigen Insolvenzverfahren nicht betroffen, hieß es in der Mitteilung. Zudem seien die Löhne für die Mitarbeiter bis mindestens einschließlich August 2026 durch das Insolvenzgeld gesichert.

„Zunächst werden ich und mein Team uns ein umfassendes Bild über die wirtschaftliche und operative Situation der beiden Gesellschaften machen sowie Gespräche mit allen Beteiligten führen. Ziel ist es, schnellstmöglich ein Gesamtbild zu bekommen, um die nächsten Schritte zusammen mit der Geschäftsführung prüfen und einleiten zu können“, sagte der zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte Dr. Max Liebig.

Zugleich gab der eingetragene Verein auf seiner Webseite ein Statement ab: „Liebe Löwinnen, liebe Löwen, was ab heute beginnt, wird nicht leicht“, hieß es einleitend. „Wir tun alles dafür, unseren Verein auf ein gesundes Fundament zu stellen und eine nachhaltige, erfolgreiche Zukunft für den TSV München von 1860 e.V. aufzubauen.“

Der Verein warb um Vertrauen. Aktuell laufen die Planungen für einen Neustart in der Regionalliga.

Krise bei den Löwen: Lizenzentzug nach Chaos um Investor Ismaik

1860 München hatte Anfang Juni keine Lizenz für die 3. Liga bekommen. Investor Hasan Ismaik hatte einen Darlehensvertrag gekündigt, wodurch den Löwen eine Finanzierungslücke in Höhe von 2,7 Millionen Euro entstand.

Der eingetragene Verein hatte zudem den Kooperationsvertrag mit Ismaik gekündigt.

Zuletzt hatte sich der Gang in die Insolvenz bereits abgezeichnet. Am Dienstag scheiterte ein letzter Versuch, doch noch eine Einigung mit dem jordanischen Geschäftsmann zu erzielen. Die Frist, die Insolvenz doch noch abzuwenden, verstrich.