Als Lukas Mertens und Timo Kastening gebraucht wurden, waren sie (fast) immer zur Stelle. Die beiden Außenspieler der deutschen Nationalmannschaft ließen bei der bitteren 30:33-Niederlage gegen Frankreich im dritten EM-Gruppenspiel beide nur eine Torchance liegen.

Zum Faktor wurden beide in der Partie trotzdem nicht – ein Versäumnis des Teams, mit dem Trainer Alfred Gislason hinterher haderte.

„Das größte Problem war“, erklärte Gislason um kurz vor 23 Uhr den letzten wartenden Journalisten in der Mixed Zone, „dass Timo kaum einen Ball auf außen bekommen hat. Das war sehr schade, weil er ein sehr guter Außen ist.“

Beide Aussagen treffen auch auf Mertens zu – zusammen kamen sie im gesamten Spiel nur auf vier Versuche von außen. Das fehlende Spiel in der Breite zieht sich ein wenig durchs bisherige Turnier des DHB-Teams.

Gislason moniert: „Das ist uns nicht gelungen“

„Das stimmt, dass wir – alle drei Spiele schon – sehr wenig über die Außen spielen“, sagte Gislason, der auch fehlende Tore aus dem Rückraum monierte, in der ARD: „Besonders über Rechtsaußen ist bis jetzt kaum gespielt worden.“

Umso ärgerlicher, weil „das schon eine Sache ist, die wir gestern auch trainiert und angesprochen haben“. Aber die Umsetzung „ist uns nicht gelungen“.

Der Trainer-Fuchs betonte: „Wir müssen mehr in die Breite spielen, das haben wir zu wenig gemacht. Diese kreuzenden Bewegungen haben wir ganz ordentlich gemacht, aber das geht natürlich auf Kosten der Breite. Da greifen wir zu wenig auf, zwischen eins und zwei und vier und fünf besonders.“

Auch Ex-Handballer und ARD-Experte Dominik Klein wies in seiner Analyse darauf hin. „Was gibt es noch im Blumenstrauß als Taktik, wo man nicht nur das Dreierkreuzen über die Mitte macht?“, fragte sich der ehemalige Linksaußen: „Wir wollen ja die Außen auch irgendwie mit einbinden.“

Kastening zunächst überraschend draußen

Kastening stand im Übrigen überraschend nicht von Beginn auf der Platte. Stattdessen fingen der zurückgekehrte frisch gebackene Vater Kai Häfner (Rückraum) und Christoph Steinert (außen) auf der rechten Seite an.

„Gerade gegen die Franzosen ist es extrem wichtig, die besten Abwehrspieler aufzustellen“, sagte Gislason auf SPORT1-Nachfrage: „Dazu gehört Steinert sicherlich. Wenn man im Angriff dann Kai drin haben möchte, kann man ihn eigentlich nicht zusammen mit Kastening spielen lassen und keine Chance auf Wechsel haben, weil sie auf der gegenüberliegenden Seite der Bank sind.“

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nCAPTION: Kastening-Ansage: "Jetzt ist unser Ziel auch das Halbfinale!"
nDESCRIPTION: Nach der Niederlage des DHB-Teams gegen Frankreich macht Timo Kastening eine Ansage.

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Weil Steinert aber schon in der 15. Minute seine zweite Zeitstrafe verkraften musste, kam Kastening schon früh in die Partie und spielte am Ende 45 Minuten. Dabei fiel er vor allem im Tempogegenstoß auf – wie bei seinem mehr oder weniger gewollten No-Look-Assist auf Mertens.

Die Gefahr über außen blieb dagegen auf der Strecke. Das lag jedoch nicht an den Flügelflitzern.