Diese Fragen sind bei den Fans das Diskussionsthema schlechthin: Sollte Bundestrainer Julian Nagelsmann den zurückgetretenen Toni Kroos wirklich in die deutsche Nationalteam zurückholen? Und ist der Weltmeister von 2014 einem Comeback wirklich zugeneigt?

Ginge es nach Thomas Müller, dürfte der Fall wohl klar sein – und hätte Kroos dem DFB-Team sowieso niemals einfach so den Rücken gekehrt.

Zur Erinnerung: Müller, auch beim FC Bayern viele Jahre lang Mannschaftsgefährte des 32-Jährigen und mit ihm 2014 Weltmeister, hatte kurz nach dem Vorrunden-Aus bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar zunächst selbst mit einem Abgang bei Schwarz-Rot-Gold kokettiert („Falls das mein letztes Länderspiel gewesen sein sollte …“).

Rücktritt? Auch Müller rudert zurück

Um dann davon aber wieder abzusehen.

Zehn Monate danach im vergangenen Oktober hatte Müller vor seinem 125. Einsatz im DFB-Dress seine Wortwahl so relativiert: „Der Moment des Ausscheidens in Katar war ziemlich hart. Ich wusste um die Situation, die Mechanismen, die nach Turnieren laufen, wenn man schlecht abgeschnitten hat.“

Von einem Rücktritt, der „immer wieder im Raum bei älteren Spielern“ stünde, wollte der Offensivspieler demnach aber nichts mehr hören.

„Aus der Nationalmannschaft tritt man nicht zurück“

Ganz im Gegenteil: „Ich habe für mich entschieden, solange ich Fußballprofi bin und beim Verein tagtäglich auf dem Platz stehe, stehe ich der Nationalmannschaft zur Verfügung.“

Und Müller fügte an: „Aus meinem Gefühl tritt man aus der Nationalmannschaft nicht zurück.“ Wenn man nicht nominiert werde, habe „das sportliche Gründe. Keiner mit egal wie vielen Länderspielen hat einen Anspruch darauf, dabei zu sein. Jeder muss sich das verdienen über seinen sportlichen Einsatz, aber wenn der Trainer auf mich zurückgreift, will ich nicht kneifen.“

Denkt Kroos am Ende nun doch wie sein ehemaliger Teamkollege? Die Fans würden sicher nur allzu gerne wissen, ob es der Starspieler von Real Madrid inzwischen ähnlich wie Müller sieht?

Zumal die öffentliche Meinung zu Kroos gespalten ist: Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß („Das wäre ein ziemliches Titanic-Signal“) und Lothar Matthäus („So macht man ein Fass auf, das man gar nicht braucht“) stehen einer Rückkehr des Routiniers im DFB-Trikot skeptisch gegenüber.