Das war’s mit den Titelhoffnungen für Bayer 04 Leverkusen in dieser Saison! Die Mannschaft von Trainer Kasper Hjulmand unterliegt im DFB-Pokal-Halbfinale gegen den FC Bayern mit 0:2.

Die Werkself präsentierte sich an diesem Pokalabend weitestgehend ideenlos und strahlte viel zu selten Torgefahr aus. In 90 Minuten wurde Bayern-Keeper Manuel Neuer nur einmal ernsthaft geprüft.

Immerhin war Torhüter Mark Flekken gut aufgelegt und verhinderte eine höhere Niederlage. Die SPORT1-Einzelkritik.

Die starke Leistung von Bayer-Torhüter Mark Flekken reichte nicht aus gegen dominierende Bayern
Die starke Leistung von Bayer-Torhüter Mark Flekken reichte nicht aus gegen dominierende BayernDie starke Leistung von Bayer-Torhüter Mark Flekken reichte nicht aus gegen dominierende Bayern© IMAGO/Jan Huebner

Bayer Leverkusen: Flekken verhindert Schlimmeres

MARK FLEKKEN: An ihm lag es definitiv nicht. Eine Viertelstunde ohne Arbeit, dann von Diaz gleich richtig gefordert und im linken Eck auf dem Posten. Zwei Zeigerumdrehungen später erneut zur Stelle, diesmal aus kurzer Distanz gegen Kane. Dank ihm dauerte es wenigstens bis zur 21. Minute, bis Kane zuschlug und Bayer in Rückstand geriet. Nahm danach eher harmlose Abschlüsse von Kimmich und Olise locker auf, strahlte bei Hereingaben und spielerisch mit dem Ball am Fuß Sicherheit aus. Gleiches Bild nach der Pause. Den zweiten Gegentreffer verhinderte er mit teils tollen Paraden gegen Stanisic (55.), Kane (62.) und zweimal gegen Diaz (74./90.) lange. Beim 0:2 machtlos. Eine blitzsaubere Leistung. SPORT1-Note: 1,5.

EDMOND TAPSOBA: Nach wenigen Sekunden einen ersten Zweikampf mit Kane gemeistert, sollte es für einige Zeit sein letztes Erfolgserlebnis bleiben. Der Mann aus Burkina Faso erwischte bei weitem nicht seinen besten Tag und schien sich darüber auch zu ärgern. Alleine im ersten Durchgang war er für sechs Ballverluste verantwortlich, baute dann mit rüdem Einsteigen gegen Joshua Kimmich Frust ab, als er sich die Gelbe Karte einhandelte (38.). Auch nach dem Seitenwechsel längst nicht immer in der Lage, die Bayern vom eigenen Kasten fernzuhalten. Holte sich zumindest noch einen Sonderapplaus ab, als er Olise als letzter Mann vom Ball trennte (73.). SPORT1-Note: 4,5.

ROBERT ANDRICH (bis 84. Min): Nahm im Vergleich zur bitteren Pleite am Wochenende wieder den zentralen Posten in der Abwehr ein und verdrängte Loic Badé auf die Bank. Mit positiven wie negativen Ausreißern behaftet. Mitunter unsauber im Passspiel, dazu mit hartem Einsatz gegen Musiala (19.). Insgesamt dennoch präsenter und leicht stabiler als seine Nebenmänner. Später bewahrte er Bayer vor der frühen Vorentscheidung, als er einen Abschluss von Musiala vor der Linie und dem einlaufenden Luis Diaz vor der Linie klärte (49). SPORT1-Note: 3.

JARELL QUANSAH: Was für Tapsoba gilt, gilt ebenso für Quansah. Von der Wucht der Münchner Angriffe in regelmäßigen Abständen überfordert, konnte er seiner Mannschaft nur ganz wenig Halt geben. Hatte dafür wenigstens vorne eine gute Szene, als er nach 69 Minuten in den gegnerischen Strafraum aufrückte und Schick eine brauchbare Flanke schenkte. SPORT1-Note: 4,5.

ALEJANDRO GRIMALDO: Hatte auf seiner linken Seite das zweifelhafte Vergnügen, Michael Olise beackern zu dürfen. Jede Aktion des umtriebigen Franzosen konnte der Spanier nicht unterbinden, machte dabei aber auch keine ganz schlechte Figur. Allerdings litten seine sonst gewohnten und typischen offensiven Ausflüge unter den defensiven Aufgaben. Konnte der Partie zu keinem Zeitpunkt seinen Stempel aufdrücken. SPORT1-Note: 4.

EXEQUIEL PALACIOS: Eigentlich ein Abend wie für ihn geschaffen und daher kaum verwunderlich, dass der argentinische Kämpfer in die erste kleinere Rudelbildung verwickelt war (44.). Schien komplett angezündet, agierte gewohnt aggressiv, suchte jeden Zweikampf und setzte auch darüber hinaus Zeichen. Schubste Laimer nach sechs Minuten auf Höhe der Mittellinie über die TV-Kamera, legte sich kurz vor der Pause mit Michael Olise an. Spielerisch ließ allerdings auch Palacios einiges zu wünschen übrig und konnte offensiv wenige Akzente setzen. SPORT1-Note: 3,5.

Lucas Vazquez‘ Abgang ein Sinnbild der Saison

ALEIX GARCIA: Anfangs fiel der Spanier kurz auf, als er vor dem Anpfiff mit weit ausgebreiteten Armen auf dem Rasen lag. Der Spanier rutschte weg, während sich beide Teams während der Pyro-Wartezeit die Kugel hin und her spielten – eine kuriose Szene. Im Spiel selbst nicht der, der er sein will. Garcia war nahezu durchgehend damit beschäftigt, in der Zentrale Räume zu schließen und seine Nebenleute zurechtzuweisen. Nach vorne lieferte er quasi keinerlei Impulse. SPORT1-Note: 4.

Lucas Vazquez musste schon vor der Pause angeschlagen vom Platz
Lucas Vazquez musste schon vor der Pause angeschlagen vom PlatzLucas Vazquez musste schon vor der Pause angeschlagen vom Platz© IMAGO/Beautiful Sports International

LUCAS VAZQUEZ (bis 39. Min): Völlig gebrauchter Abend. Zunächst überraschend, dass der zu Jahresbeginn lange verletzte Ex-Profi von Real Madrid überhaupt den Platz in der Startelf erhielt und nicht Youngster Montrell Culbreath oder der schnelle Ernest Poku. Dann war er oft einen Schritt zu spät und in seinen Aktionen nicht konsequent genug, schließlich humpelte er noch vor der Pause angeschlagen vom Platz. In gewisser Hinsicht war dies ein Sinnbild seiner Saison. SPORT1-Note: 5.

NATHAN TELLA (bis 77. Min): Als schnellster Spieler der Rheinländer sollte er Tempo in Umschaltaktionen bringen – so zumindest der Plan. Die Realität sah etwas anders aus: Tella hing wahlweise in der Luft oder prallte an der Bayern-Defensive um Jonathan Tah und Dayot Upamecano ab. Nach dem Seitenwechsel immerhin mit einem kleinen Lichtblick und mit dem ersten Leverkusener Torschuss des Abends dafür zuständig, dass Manuel Neuer nach 51 gespielten Minuten nicht mehr vollkommen arbeitslos war. SPORT1-Note: 4,5.

Patrick Schick war nahezu unsichtbar

IBRAHIM MAZA: Wenn sich die Werkself über die Mittellinie wagte, war das in vielen Fällen eng mit den Füßen von Maza verbunden. Kleines, aber nicht unwichtiges Problem an der Sache: das passierte kaum. In der ersten halben Stunde war der algerische Nationalspieler nur siebenmal am Ball – völlig untypisch für einen Spieler seines Formats. Bis zur Halbzeit kamen nur sechs weitere dazu. Als die Werkself im Laufe des Abends wenigstens einen Tick mutiger wurde, taute auch er langsam auf, ohne eine entscheidende Szene zu initiieren. SPORT1-Note: 4.

Patrik Schick hatte gegen die Bayern-Verteidiger fast immer das Nachsehen
Patrik Schick hatte gegen die Bayern-Verteidiger fast immer das NachsehenPatrik Schick hatte gegen die Bayern-Verteidiger fast immer das Nachsehen© IMAGO/Uwe Kraft

PATRIK SCHICK: Seinen Gegenspieler Tah kennt er aus unzähligen gemeinsamen Trainingseinheiten, einen Nutzen konnte er daraus selten ziehen. Eine Flanke von Vazquez erreichte ihn (27.), dabei konnte er die Kugel jedoch nicht kontrollieren. Besser war die Möglichkeit im zweiten Durchgang, als er Quansahs Hereingabe knapp über den Querbalken köpfte (69.). Ansonsten von seinem ehemaligen Teamkollegen und Upamecano so gut bewacht, dass er nur ganz wenige Momente hatte. War nahezu unsichtbar. SPORT1-Note: 5.

ERNEST POKU (ab 39. Min): Am Willen mangelte es dem jungen Niederländer nicht, am Durchsetzungsvermögen schon eher. Poku konnte sich einige Bälle erlaufen, gleichzeitig war er den Bayern physisch klar unterlegen und richtete generell wenig aus.  SPORT1-Note: 5.

MONTRELL CULBREATH (ab 77. Min): Kam für die Schlussminuten, hatte aber keinen Impact mehr. SPORT1-Note: Ohne Bewertung.

MALIK TILLMAN (ab 84. Min): Durfte gegen seinen früheren Klub in der Schlussphase mitwirken, blieb ebenso ohne nennenswerte Aktion. SPORT1-Note: Ohne Bewertung.