Der Wirbel um Gianluca Prestianni und Vinícius Júnior geht in die nächste Runde. Nach dem Hinspiel der Champions-League-Playoffs zwischen Benfica und Real Madrid, das am 17. Februar im Estadio da Luz wegen eines Rassismus-Vorwurfs rund zehn Minuten unterbrochen war, hat sich der Argentinier erneut zu Wort gemeldet.
Vinícius hatte Prestianni vorgeworfen, ihn nach dem 0:1 rassistisch beleidigt zu haben. Mehrere Medien berichteten, der Brasilianer habe den Begriff „Affe“ beanstandet, was Mbappé später öffentlich bestätigte. Die UEFA leitete Ermittlungen ein.
Prestianni: „Ohne Beweise bestraft“
Prestianni bestreitet die Anschuldigungen jedoch vehement. In einem Interview mit Intuiciones en primera persona erklärte er: „Ich habe nichts gesagt. Aber ja, ich habe gehört, wie Mbappé mich ‚verdammter Rassist‘ genannt hat.“ Für Argentinier sei das spanische Wort für Affe „ein normales Schimpfwort“, betonte er.
Der Offensivspieler schilderte, er habe sich bewusst nicht provozieren lassen: „Egal, was man mir sagt – ich werde niemals reagieren. Ich werde es auf dem Platz zeigen.“ Besonders hart traf ihn die Sperre für das Rückspiel gegen Madrid. „Es tat sehr weh. Es war etwas, das ich nicht gesagt habe, und ich wurde ohne Beweise sanktioniert.“
Mbappé hatte nach der Partie erklärt, Prestianni habe Vinícius „fünfmal ‚Affe‘ genannt“ und dürfe „nicht mehr in der Champions League spielen“. Auch der französische Stürmer wurde von Kameras dabei eingefangen, wie er Prestianni als „verdammter Rassist“ bezeichnete.
Benfica stellte sich öffentlich hinter seinen Profi, ebenso mehrere Teamkollegen. Laut Verein konnten Mitspieler die angeblichen Äußerungen nicht bestätigen. Die UEFA setzte einen Ethik- und Disziplinarinspektor ein.
Vorwürfe trafen die Familie hart
Prestianni betonte, die Vorwürfe hätten vor allem seine Familie getroffen. „Ich bin stark, aber ich dachte an meinen Vater, meine Mutter, meine Großeltern. Dass über mich Dinge gesagt werden, die ich nie getan habe, tut weh – vor allem für sie.“
Zudem habe er mit Teamkollegen gesprochen, „welche die gleiche Hautfarbe wie Vinícius haben“. Es habe intern nie Probleme gegeben. Den Versuch, ihn zusätzlich als homophob darzustellen, wies er ebenfalls zurück. In Argentinien würden Begriffe wie „Schwuler“ oder „Feigling“ umgangssprachlich benutzt, ohne rassistische Intention.
Der 19-Jährige zeigt sich dennoch gelassen: „Alle, die mich kennen, wissen, was für ein Mensch ich bin. Das reicht mir.“ Die sportliche Brisanz ist längst von einer Debatte überschattet, die weit über das Spielfeld hinausgeht.