Vincent Kompany ist bekanntermaßen für das Hinspiel im Halbfinale der Champions League bei Paris St. Germain gesperrt – seine Gelbe Karte in der Partie gegen Real Madrid war seine dritte in dieser Saison und damit eine zu viel.

Heißt: Der Bayern-Trainer darf den Spieltag ganz normal mit seinem Team verbringen, muss sich aber laut den Regularien der UEFA spätestens mit dem Betreten der „Controlled Area“ von der Mannschaft trennen. Das bedeutet, sobald die Bayern mit dem Bus am Parc des Princes angekommen sind, darf der Trainer nicht mit in die Katakomben oder die Kabine gehen, sondern muss sich auf den Weg auf die Tribüne machen. Auch Interviews sind für ihn tabu.

Vincent Kompany fehlt im Hinspiel gegen PSG gelbgesperrt
Vincent Kompany fehlt im Hinspiel gegen PSG gelbgesperrtVincent Kompany fehlt im Hinspiel gegen PSG gelbgesperrt© IMAGO/Michael Weber

Für ihn wird aller Voraussicht nach Aaron Danks in die Bresche springen. Der Engländer ist einer von zahlreichen Assistenztrainern in Kompanys Team und arbeitete in seiner Karriere bereits als Cheftrainer – allerdings im Jugendbereich. Schon während seiner gesamten Zeit in München ist er es, der häufiger als andere an der Seitenlinie auftaucht und Anweisungen gibt. Das liegt vor allem an seiner Tätigkeit als Standard-Coach, aber auch an seinem Naturell.

Derweil wird von Kompany während der Partie viel Disziplin abverlangt. Auch wenn die Versuchung groß ist, darf er keinesfalls direkt oder indirekt mit seiner Mannschaft in Kontakt treten. Ansonsten drohen eine weitere Sperre und eine Geldstrafe, die gerne mal fünfstellig ausfallen kann. Die UEFA hat sogar das Recht, sowohl den Trainer als auch den Verein zu sanktionieren.

Champions League: Auch Mourinho und Wenger erwischte es

Prominente Beispiele an Leidensgenossen gibt es: Star-Trainer Jose Mourinho musste 2010 eine weitere Sperre akzeptieren, nachdem er im Verdacht stand, als gesperrter Coach von Real Madrid gegen Ajax Amsterdam per Funk und mit Zetteln Anweisungen gegeben zu haben. Vom Portugiesen ist zudem die Anekdote überliefert, dass er sich im April 2005 als Trainer des FC Chelsea einst in einem Wäschekorb versteckte, um trotz Sperre bei seinem Team zu sein. Der Gegner damals: der FC Bayern. „Ich will einfach in der Kabine sein, wenn die Spieler reinkommen. Ich ging dorthin und niemand sah mich“, gestand Mourinho Jahre später. Der Fall blieb auch von der UEFA unbemerkt, „The Special One“ kam straffrei davon.

Auch Arsène Wenger brach einmal die Regeln. Als Arsenal-Trainer ignorierte er 2011 seine Sperre gegen Udinese Calcio und telefonierte mit seinem Assistenten auf der Bank. Die UEFA verstand hier keinen Spaß und Wenger musste auch die folgenden zwei Partien in der Champions League auf der Tribüne verbringen – sein Einspruch blieb ohne Erfolg.

Bei Kompany ist nicht davon auszugehen, dass er sich zu solchen Harakiri-Aktionen hinreißen lässt – dafür ist der Belgier zu diszipliniert. Kurioserweise hatte er sich vor dem Heimspiel gegen Real darüber beschwert, dass eine Sperre nach der dritten Gelben Karte für Spieler zu früh komme. Einen Tag später erwischte es den Trainer. Welch Ironie.