Nach Anlaufschwierigkeiten findet sich Emre Can in der Rolle des Kapitäns von Borussia Dortmund laut eigenen Angaben inzwischen besser zurecht. Er komme „mit der Binde und der Verantwortung“ mittlerweile „sehr gut klar“ und fühle sich „sehr wohl damit“, sagte der 30-Jährige der Bild-Zeitung.
Profitiert habe er auch vom Austausch mit dem früheren Kapitän und heutigen Sportdirektor Sebastian Kehl: „Wir haben uns mal zum Essen getroffen, er hat mir dann einige Hinweise gegeben.“
Angesichts der schwachen Bundesliga-Saison stand Can seit seiner Ernennung zum Spielführer im vergangenen Sommer immer wieder in der Kritik. „Definitiv“, antwortete er auf die Frage, ob man in dieser Rolle schneller der „Buh-Mann“ sei. „Es lag aber auch an mir: Vor allem am Anfang dachte ich selbst häufig, dass ich etwas Besonderes machen muss. Dass ich mich um jede Kleinigkeit kümmern muss“, gab der Mittelfeldspieler zu: „Da habe ich mich selbst außen vor gelassen, das war nicht richtig.“
Can gibt zu: Wollte BVB verlassen
Bereut habe er die Entscheidung bislang nicht, das Amt angenommen zu haben. Vielmehr sei es „einfach eine große Ehre, in der Reihe der sehr prominenten BVB-Kapitäne sein zu dürfen“, sagte Can.
Er sei nicht nicht nur Trainer Edin Terzic, sondern dem gesamten Verein dankbar: „Ich habe sechs Monate vor meiner Vertragsverlängerung kaum gespielt. Ich bin ehrlich: Im Winter 2022/23 wollte ich eigentlich gehen.“
Er fühle sich nur wohl, wenn er auf dem Platz stehe, und „zu der Zeit stand ich nicht oft genug auf dem Platz. Dann kam die Rückrunde …“ Und mit ihr die Beförderung zum Chef auf dem Platz.
Im Falle eines Champions-League-Triumphs am Samstag (21.00 Uhr) könnte Can gegen Real Madrid den Pokal nach oben recken: „Wenn ich mir vorstelle, wie ich den Henkelpott in die Höhe strecke, bekomme ich Gänsehaut.“
—– mit Sport-Informations-Dienst