Der FC Bayern hat sich für eine Grafik entschuldigt, welche die Social-Media-Abteilung des Vereins vor dem Champions-League-Spiel gegen Juventus bei Twitter, Instagram und Facebook verbreitet hat.

Darauf waren unter anderem Bahngleise zu sehen, die vor der Allianz Arena enden. Am Endpunkt der Gleise ist eine Holzlatte montiert, auf der das Vereinsmotto von Juventus „Fino alla Fine“ – zu Deutsch: „Bis zum Ende“ steht. Die ersten beiden Wörter sind durchgestrichen. Es bleibt also nur: Das Ende.

User beschweren sich

Die Überschrift für die Grafik, in die auch Bayern-Keeper Manuel Neuer montiert war lautete: „Qui è la fine“ – „Hier ist das Ende“.

https://twitter.com/FCBayern/status/710009866081935360

Einige Twitter-User fühlten sich durch das Motiv der Bahngleise, die vor dem Stadion enden, an Bilder von Vernichtungslagern zu Zeiten der NS-Herrschaft erinnert und beschwerten sich. So posteten einige als Antwort auf die verunglückte Grafik das berühmte Bild vom Gleisende vor dem Vernichtungslager Auschwitz.

Ein User schrieb auf Italienisch: „Neuer fehlt nur noch das Bärtchen“.

Auch der Vize-Präsident der jüdischen Gemeinde Rom, Ruben Della Rocca, kritisierte die Grafik: „Ein großer Fauxpas, der einem Klub wie dem FC Bayern nicht hätte passieren dürfen“, sagte er laut der italienischen Zeitung Tuttosport.

Della Rocca ergänzte aber: “Ich will nicht an böse Absicht glauben, ich denke, es hat sich um ein Versehen gehandelt.“

„Keine Ahnung von deutscher Geschichte“

In der Entschuldigung der Bayern für die unbeabsichtigte KZ-Assoziation hieß es: „Leider hat unsere Spieltagsgrafik unbeabsichtigt missverständliche historische Bezüge geweckt. Sollten wir dadurch die Gefühle speziell von Juventus-Anhängern oder auch unserer User verletzt haben, bitten wir um Entschuldigung. Mit der Grafik wollten wir alleine den sportlichen Charakter des Achtelfinales in der Champions League heute Abend thematisieren, weil eines der beiden Teams ausscheiden muss.“

https://twitter.com/FCBayern/status/710082467915558912

Bayerns Mediendirektor Markus Hörwick wurde auf SPORT1-Nachfrage noch deutlicher: „Diese Grafik haben junge Leute gemacht, die keine Ahnung von deutscher Geschichte haben.“

Auf die Frage, ob sich der Klub auch bei Juventus direkt entschuldigen werde, sagte Hörwick: „Wir werden das natürlich ansprechen.“

Und weiter: „Sie sind unsere Gäste und – egal ob Darmstadt 98 oder Juventus – Gäste werden bei uns anständig behandelt.“

Sebastian Mittag, Jahrgang 1983, ist seit November 2019 Head of Video bei SPORT1. Davor ab März 2018 Teamleiter Video, ab Januar 2017 Redakteur in der Online- und Video-Redaktion, ab 2013 freier Mitarbeiter...