Seit gut einer Woche ist Robin Gosens offiziell ein Königsblauer. Nach mehreren Jahren in Italien – unterbrochen durch einen Abstecher zu Union Berlin – traf der 32-Jährige eine Herzensentscheidung und schloss sich dem Bundesliga-Aufsteiger Schalke 04 an.

Mit SPORT1 sprach der 24-malige Nationalspieler am Rande des Trainingslagers im österreichischen Stubaital über den Prozess der Rückkehr nach Deutschland, über die Hürden rund um den Wechsel – und den Reiz von S04.

Robin Gosens ist seit dem 17. Juli offiziell Spieler des FC Schalke 04
Robin Gosens ist seit dem 17. Juli offiziell Spieler des FC Schalke 04Robin Gosens ist seit dem 17. Juli offiziell Spieler des FC Schalke 04© IMAGO/Jan Huebner

SPORT1: Herr Gosens, Sie sind seit einer Woche Schalker. Wie sind Ihre ersten Eindrücke – und haben Sie schon etwas bereut?

Robin Gosens: (lacht) Direkt so ein großes Wort. Nein, auf gar keinen Fall natürlich. Ich habe überhaupt nichts bereut, im Gegenteil! Ich habe eine Mannschaft angetroffen, die super intakt ist, die super miteinander harmoniert. Deshalb ist die Integration relativ schnell gelungen, die Sprache hilft da auch immer. Aber wenn eine Mannschaft so gut funktioniert – und das haben sie letztes Jahr bewiesen, dass sie über das Kollektiv kommen -, dann ist es einfach, in so eine Gruppe reinzukommen. Deshalb war das von Anfang an wie ein Nachhausekommen.

Gosens über Wechsel: „Es war ein Auf und Ab“

SPORT1: Wie lief die Entscheidungsfindung ab: vom ersten Kontakt über private Diskussionen bis zu dem Zeitpunkt, als Ihnen klar war: ‚Das will ich machen‘?

Gosens: Es war ein Auf und Ab. Erst erschien es nicht klar, ob das wirklich etwas werden kann. Das lag nicht nur an mir, sondern das war auch Schalke, die mal intensiver gepusht haben, mal ein bisschen weniger intensiv. Dann sind gewisse Dynamiken zusammengekommen, vor allem die Tatsache, dass Schalke genau zu dem Zeitpunkt wieder intensiv um mich gebuhlt hat, als Florenz mir die Entscheidung verkündet hat, dass sie mich nicht mehr im Kader sehen wollen. Dann haben sich die Puzzleteile ineinandergefügt.

Robin Gosens präsentierte sich im SPORT1-Interview im österreichischen Stubaital in bester Laune
Robin Gosens präsentierte sich im SPORT1-Interview im österreichischen Stubaital in bester LauneRobin Gosens präsentierte sich im SPORT1-Interview im österreichischen Stubaital in bester Laune© SPORT1

SPORT1: Bei Ihnen hat aber nicht rein der sportliche Aspekt entschieden …

Gosens: Wir haben intensiv miteinander gesprochen. Ich habe nämlich auch ganz klar das Feedback gegeben, dass Italien mir sehr am Herzen liegt, dass meine Familie endlich wieder ein Zuhause gefunden hat. Danach ist man als Fußballer immer wieder auf der Suche. Wenn man es dann mal gefunden hat, will man es mit aller Macht festhalten. Und es hängt auch ein Rattenschwanz dran, wenn man das Land verlassen muss. Aber am Ende des Tages ist das wie ein Nachhausekommen. Ich bin in der Heimat, meine Eltern können mich mal wieder sehen, meine Freunde sind hier. Am Ende war es also eine relativ einfache Entscheidung.

Schalke-Fan? „Darauf will ich mich nicht ausruhen“

SPORT1: Wie interpretieren Sie Ihre Rolle auf Schalke? Geht es da vor allem um die Leistung auf dem Platz – oder ist Ihnen auch wichtig, auf den Verein und junge Spieler einzuwirken?

SPORT1-Reporter Philipp Schmidt traf Robin Gosens im Schalke-Trainingslager in Neustift im Stubaital
SPORT1-Reporter Philipp Schmidt traf Robin Gosens im Schalke-Trainingslager in Neustift im StubaitalSPORT1-Reporter Philipp Schmidt traf Robin Gosens im Schalke-Trainingslager in Neustift im Stubaital© SPORT1

Gosens: Das eine bedingt das andere. Wenn du keine Leistung auf dem Platz bringst, fällt die Rolle neben dem Platz auch ein bisschen schwerer. Und andersherum: Wenn du auf dem Platz vorangehst, die Mannschaft versuchst mitanzutreiben und deinen Job zu erfüllen, hast du automatisch auch das Gefühl, dass außerhalb ein bisschen mehr möglich ist. Ich bin aber nicht hier, um mich darauf auszuruhen, dass ich ein Fan von Schalke bin. Da würden die Jungs und Mädels von Schalke relativ schnell dahinterkommen, dass das nicht reicht. Sondern es geht darum, Leistung zu bringen! Dafür bin ich hier und dafür bringe ich die Beine gerade in Shape (lacht).