Die DFL hat die neuen Regeln für die kommende Bundesliga-Saison bekanntgegeben. Wie gewohnt finden die Neuerungen auch in der 2. Bundesliga Anwendung. Zu einem großen Teil wurde sich der Regeländerungen der FIFA bedient. Die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada galt und gilt für die DFL also als Testlabor.

Wie die FIFA hat es sich auch die DFL zu einer übergeordneten Aufgabe gemacht, Zeitspiel zu unterbinden. In den beiden höchsten deutschen Spielklassen soll zudem der Video Assistant Referee (VAR) eine größere Macht bekommen.

Schiedsrichter Harm Osmers und seine Kollegen sollen in der kommenden Saison Regeländerungen umsetzen
Schiedsrichter Harm Osmers und seine Kollegen sollen in der kommenden Saison Regeländerungen umsetzenSchiedsrichter Harm Osmers und seine Kollegen sollen in der kommenden Saison Regeländerungen umsetzen© IMAGO/Zink

Bundesliga-Regeländerungen: Zeitspiel

Abstöße und Einwürfe: Wie bereits bei der WM, müssen die Keeper nun auch in der Bundesliga darauf achten, den Ball rechtzeitig wieder loszuwerden. Hält der Torhüter die Kugel beim Abstoß länger als fünf Sekunden in der Hand, wird auf Eckstoß für die gegnerische Mannschaft entschieden. Gleiches gilt für Einwürfe. Nach Überschreiten des Fünf-Sekunden-Countdowns wechselt das Einwurfrecht.

Außerdem gilt ab sofort: Werden Auswechslungen nicht innerhalb von zehn Sekunden vollzogen, darf der einzuwechselnde Spieler erst bei der nächsten Spielunterbrechung nach Ablauf einer Minute das Feld betreten. Bei Verletzungsunterbrechungen müssen zudem die Akteure, die auf dem Feld behandelt wurden, eine Minute draußen warten. Belgien verhinderte die Anwendung dieser Regel gegen den Irak auf kuriose Art und Weise.

VAR-Eingriff bei Gelb-Roten Karten

Eine sehr einschneidende Regelveränderung dürfte die höhere Befugnis des VAR werden: Bislang durfte das Foul respektive Handspiel, das die zweite Gelbe Karte und den gleichbedeutenden Platzverweis nach sich zog, nicht vom Videoassistenten korrigiert werden. Genau das ändert sich jetzt: Fortan kann bei der zweiten Verwarnung gecheckt werden, ob der Platzverweis tatsächlich angemessen ist.

Eine weitere Regeländerung betrifft die Vorteilsauslegung. Wenn der Schiedsrichter auf Vorteil entscheidet und anschließend ein Treffer fällt, hat dies keine Verwarnung für den foulenden Spieler mehr zur Folge.

Diese Regeländerungen könnten noch folgen

Ob der VAR bereits Standardsituationen überprüfen soll und unrechtmäßig gegebene Eckstöße aberkennen kann, wird noch entschieden. Gleiches gilt für die Möglichkeit, bei Ecken und Freistößen mit anschließendem Torerfolg eindeutige Vergehen durch die Angreifer, unmittelbar bevor der Ball im Spiel ist, zu überprüfen.

Nach der WM soll zudem entschieden werden, ob das Bedecken des Mundes in der konfrontativen Kommunikation mit dem Platzverweis geahndet werden soll. Schiedsrichter Ivan Barton wendete die Regel im Duell zwischen der Türkei und Paraguay konsequent an und verwies Miguel Almirón wegen Mundzuhaltens des Platzes. Außerdem könnten Spieler, die aus Protest gegen Entscheidungen der Unparteiischen das Feld verlassen, die Rote Karte sehen.