Aktuell weilt der Hamburger SV im österreichischen Ötztal, um sich auf die kommende Saison vorzubereiten. Torhüter Daniel Heuer Fernandes stellte sich zwischen den Einheiten vor dem Bergpanorama den Fragen von SPORT1 und sprach über den Konkurrenzkampf im Tor der Hanseaten.
„Ich muss so weitermachen, wie ich es die ganzen letzten Jahre gemacht habe. Vollgas geben, der Mannschaft helfen und Sachen einfordern, damit wir als Mannschaft besser werden. Das ist meine Rolle und die nehme ich an“, erklärte der 33-Jährige.
Heuer Fernandes: Vertragsverlängerung nach starker Bundesligasaison
Seit nunmehr sieben Jahren steht der Deutsch-Portugiese beim HSV unter Vertrag. Obwohl er in dieser Zeit zum Führungsspieler aufgestiegen ist, war seine Rolle als Nummer 1 zwischen den Pfosten selten so richtig unumstritten. Mal zogen die Trainer ihm den jungen Julian Pollersbeck vor, dann setzte man ihn kurz vor Transferschluss für Sven Ulreich auf die Bank oder man engagierte mit Daniel Peretz vom FC Bayern einen weiteren potenziellen Stammkeeper.
In den letzten Jahren entwickelte er sich dann jedoch zu einem der großen Leistungsträger beim einstigen Bundesliga-Dino und weckte dem Vernehmen nach sogar Interesse beim FC Bayern. Im Sommer verlängerte er seinen Vertrag an der Elbe dann aber ein weiteres Mal und bleibt dem HSV treu.
Doch auch in diesem Jahr ist der Konkurrenzdruck mit dem talentierten Sander Tangvik hoch. Der norwegische WM-Fahrer absolvierte für die Rothosen in der abgelaufenen Saison zwar nur ein Spiel, zeigte beim Saisonabschluss gegen Leverkusen aber direkt, dass mit ihm zu rechnen ist. Einen Elfmeter von Patrik Schick konnte Tangvik glänzend parieren.
Abstiegsangst beim HSV?
2026/27 gehen die Hamburger in ihre zweite Bundesliga-Saison nach dem Aufstieg. Für viele Neulinge wird gerade diese oft zur großen Hürde, da die Aufstiegseuphorie ein wenig verfliegt und auch die Underdog-Rolle etwas verblasst.
Von einem „verflixten zweiten Jahr“ will Heuer Fernandes jedoch nichts wissen: „Von solchen Aussagen halte ich gar nichts, weil es nur an uns liegt. Es ist egal, wie lange du in der Bundesliga spielst. Es wird immer herausfordernd sein. Diese Herausforderung nehmen wir an, wir wissen auch um unsere Stärken.“
Erstes Angebot für Fábio Vieira
Zu den Stärken zählte im vergangenen Jahr zweifelsohne auch das Personal. Mit Luka Vuskovic und Fábio Vieira landete der HSV zwei echte Transfercoups, die das Niveau merklich erhöhten. Vuskovic wechselte nun jedoch für 54 Millionen Euro von seinem Stammverein Tottenham zu Brighton & Hove. Vieira kehrte nach seiner Leihe zu Arsenal zurück. Vorstand Eric Huwer bestätigte im Trainingslager jedoch, dass man den Gunners bereits ein Angebot für den Portugiesen unterbreitet habe.
Doch auch der offensive Edeltechniker wäre für den HSV kein Allheilmittel, das weiß auch Heuer Fernandes. „Wir müssen uns in den Bereichen verbessern, die schon gut waren, aber auch in den Bereichen, in denen wir noch Luft nach oben haben. Deswegen liegt der Fokus ganz klar auf uns. Das, was wir letztes Jahr geleistet haben, war schon auf einem guten Niveau, aber trotzdem wollen wir mehr und uns weiter verbessern.“
In der Bundesliga starten die Rothosen am 29. August mit einem Kracher gegen Borussia Dortmund. Fünf Tage vorher gastiert man im DFB-Pokal beim SC Verl. Zum Stadionfest am 1. August freut man sich in Hamburg mit dem FC Everton auf einen prominenten Testspielgegner.