Als Michael Olise die Kugel im Rückspiel des Champions-League-Viertelfinals gegen Real Madrid in den linken Winkel knallte, überkam es den Franzosen doch einmal. Jubelnd drehte Olise Richtung Münchner Südkurve ab und beendete seinen Lauf mit einem Knie-Rutscher.

Der emotionale Jubel nach dem 4:3-Siegtreffer für den FC Bayern war eine echte Seltenheit. Bei den allermeisten Treffern verzog der 24-Jährige kaum eine Miene. Im kurz vor dem Start seiner WM-Mission mit Frankreich veröffentlichten Interview mit Highsnobiety erklärte er, warum: „Ich bin kein besonders emotionaler Mensch. Ich reagiere nicht so wie alle anderen.“

In überragender Form: Bayern-Star Michael Olise
In überragender Form: Bayern-Star Michael OliseIn überragender Form: Bayern-Star Michael Olise© IMAGO/Nordphoto

Olise spielte eine grandiose Saison mit dem FC Bayern. Mit 15 Treffern und 22 Vorlagen steuerte „Mr. Nonchalant“ einen gewaltigen Teil zur souveränen Münchner Meisterschaft bei. Mit seinem eleganten Spielstil weckte er zudem internationale Begehrlichkeiten.

Das Besondere an Olises Spielstil

Bei der oft aufreizend lässig wirkenden Spielart scheint sich die Zeit auf dem Feld zu verlangsamen. „Vielleicht vermittelt mein Spielstil den Eindruck, dass sie langsamer wird. Aber wenn ich auf dem Platz bin, weiß ich nicht, ob sie langsamer wird. Es ist Muskelgedächtnis. Ich spiele hauptsächlich instinktiv“, erklärte der Franzose.

Doch selbst mit einem überragenden Olise war für den FC Bayern gegen PSG im Champions-League-Halbfinale Endstation. Für die Münchner, die vor dem Paris-Duell noch voll auf Triple-Kurs waren, eine bittere Niederlage. Daran hatte auch Olise schwer zu knabbern.

Wie geht Olise mit Niederlagen um?

„Man braucht Zeit, um das zu verdauen. Man lernt, was man besser machen kann. Dann blickt man nach vorne“, gibt der Franzose Einblicke in sein Innenleben. Schnell solle man dabei in die Fehleranalyse übergehen: „Nicht nur: Okay, wir haben verloren, sondern: Warum? Was habe ich falsch gemacht?“

Das wird Olise sich auch bei einer anderen Pleite gedacht haben – nämlich bei einer gegen Jamal Musiala. Beide FCB-Spieler sind leidenschaftliche Schachspieler. Musiala soll dabei der letzte gewesen sein, der den Franzosen besiegt hat: „Er ist nicht so gut wie ich, aber hat mich besiegt. Ich konnte mich nicht richtig konzentrieren.“