Borussia Dortmund hat Niko Kovac viel zu verdanken. Als der 54-Jährige im Februar 2025 vor dem 21. Spieltag übernahm, stand der BVB auf Rang elf der Bundesliga – sportlich wie emotional war die Lage angespannt.
13 Spieltage später qualifizierte sich das Team nach einem sensationellen Endspurt für die zuvor kaum noch für möglich gehaltene Champions League. Sowohl image- als auch finanztechnisch war das für den Klub enorm wichtig. Die Folge: Kovacs Vertrag wurde nach der Spielzeit vorzeitig um ein weiteres Jahr bis 2027 verlängert.
Nun stehen beide Seiten erneut vor einer Anpassung des Arbeitspapiers – und diesmal langfristig.
Vertrag mit XXL-Laufzeit?
Direkt nach dem Ende der Spielzeit setzten sich Sportdirektor Ole Book, der bislang noch nie einen Trainer entlassen musste, Sport-Geschäftsführer Lars Ricken und die Seite von Niko Kovac zusammen. Das Ergebnis: Beide Parteien wollen grundsätzlich weiter miteinander arbeiten.
Im Gespräch ist nach SPORT1-Informationen eine Verlängerung um zwei bis drei weitere Jahre bis 2029 oder 2030. Auch eine Gehaltsanpassung ist vorgesehen.
Allerdings gibt es auch Themen, die den beiden Seiten wichtig sind und die entsprechend angesprochen wurden.
Kovac fordert Verbesserung des Kaders
Für Kovac ist vor allem der Kader entscheidend. Der Ex-Profi fordert Verstärkungen, die die Mannschaft sofort besser machen. Beispielsweise müsste auch der Abgang von Julian Brandt (elf Tore, vier Assists) kompensiert werden.
Genau deshalb wird Kovac genau beobachten, welche Spieler die Verantwortlichen in den kommenden Tagen und Wochen nach Dortmund lotsen können.
Auch für die Klubführung steht außer Frage, den Kader verstärken zu wollen und zu müssen. Ziel ist es, auch spielerisch den nächsten Schritt zu machen und attraktiveren Fußball anzubieten.
Kovac mit starken Zahlen beim BVB
Trotz des Ausscheidens in den Playoffs der Königsklasse gegen Bergamo sprechen die Zahlen eine klare Sprache: Mit 73 Punkten absolvierte der Dauergast in der Champions League die nach Punkten fünftbeste Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte – die beste BVB-Ausbeute seit sieben Jahren.
Vor allem die defensive Stabilität und die verbesserte Fitness kann sich Kovac auf die Fahne schreiben. Mit nur 34 Gegentoren stellte der BVB die beste Defensive der Liga (zuvor 51 Gegentore). Erst zum vierten Mal in der Vereinsgeschichte gelang den Dortmundern diese Auszeichnung.
Zudem spielte der BVB 15-mal zu Null und stellte damit den Vereinsrekord ein. Bemerkenswert ist auch der Blick auf die verbesserte Laufleistung. In der abgelaufenen Spielzeit belegte Dortmund in dieser Statistik Rang fünf (zum Vergleich: 2024/25 Platz zwölf), bei den intensiven Läufen Rang zwei (zuvor Platz acht) und bei der Anzahl der Sprints Rang vier (zuvor Platz sieben).
Große Eile haben beide Seiten nicht. Kovac verweilt derzeit in Kroatien und genießt seinen Urlaub. Fest steht: Die Wertschätzung ist auf beiden Seiten groß. Und: Der BVB setzt auf Kontinuität auf der Trainerposition und möchte langfristig mit Kovac verlängern. Am Ende könnte daraus für beide Seiten eine Win-win-Situation werden.