Drei Jahre war Alexander Nübel vom FC Bayern an den VfB Stuttgart ausgeliehen. Im Sommer endet der Leihvertrag des deutschen WM-Fahrers. Bei den Schwaben entwickelte er sich in dieser Zeit zum Leistungsträger und Fan-Liebling. Bemerkenswert deutlich erklärte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß die Zeit des Torwarts in Stuttgart jetzt für beendet.
„Es hat enormen Spaß gemacht und auch wenn wir uns jetzt natürlich dafür entschieden haben, werde ich ihn vermissen“, bestätigte Hoeneß Nübels Abgang nach dem verlorenen DFB-Pokalfinale (0:3) bei Sky. Kurz zuvor war Nübel noch ausgiebig von der VfB-Kurve gefeiert worden.
Wird Nübel der Millionenvertrag zum Verhängnis?
„Dass er ein großartiger Torwart ist, das steht ja außer Frage, aber auch ein großartiger Mensch, der jetzt die letzten drei Jahre beim VfB sehr geprägt hat“, huldigte Hoeneß seinem Schützling weiter.
Knackpunkt für eine etwaige Weiterbeschäftigung wäre aber das Gehalt. „Vor dem Spiel war uns noch gar nicht klar, wie viel Budget wir auch für die neue Saison haben, und deswegen werden wir erst mal alle Dinge zusammensetzen, alle Einflussfaktoren auf die neue Saison bewerten, auch die wirtschaftlichen und budgetären Einflussfaktoren“, ließ Stuttgarts Sportvorstand Fabian Wohlgemuth die Tür vor dem Spiel noch einen Spalt weit offen. Durch das verlorene Finale dürfte sich das Budget nicht wesentlich vergrößert haben.
Bei einer Festverpflichtung würde Nübel also wohl Gehaltseinbußen akzeptieren müssen. Aktuell soll Nübels Jahresgehalt bei etwa zehn Millionen Euro liegen. 3,5 Millionen soll der Anteil des VfB sein, der Rest komme nach wie vor vom FC Bayern. Ein Gehalt, das für die Stuttgarter, auch trotz Champions-League-Teilnahme, wohl kaum zu stemmen sein dürfte.
Zumal beim VfB mit Dennis Seimen eine Nachwuchshoffnung aus den eigenen Reihen in den Startlöchern steht. Der 20-Jährige durchlief die Stuttgarter Jugend, war in dieser Saison an den SC Paderborn ausgeliehen und wird im Sommer an den Neckar zurückkehren. Als Stammtorwart hat er sich bei den Ostwestfalen ins Rampenlicht gespielt und besitzt in der Relegation noch Chancen auf den Bundesliga-Aufstieg.
Neuer? „Zwischenmenschlich hat es nicht gefunkt“
Nübels Vertrag bei Bayern läuft noch bis 2030. Dass er dort keine Zukunft haben wird, bekräftigten die Verantwortlichen des Rekordmeisters zuletzt unisono. „Wir haben einen Austausch gehabt mit seinem Management. Und auch der Alex weiß Bescheid, wie unsere Planungen sind“, erklärte Christoph Freund und bestätigte: „Wir gehen mit den Tormännern, die wir jetzt haben, auch in die nächste Saison.“
Bayern hatte den Keeper 2020 vom FC Schalke geholt. Durchsetzen konnte er sich in München aber nie. Ausschlaggebend soll dafür auch sein angespanntes Verhältnis zu Platzhirsch Manuel Neuer gewesen sein. „Zwischenmenschlich hat es nicht zwischen den beiden gefunkt“, offenbarte der damalige Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic am Samstag im SPORT1 Doppelpass.
„Alex ist ein sehr, sehr guter Torwart, das muss man auch klar sagen. Dass er jetzt nicht die Nummer eins beim FC Bayern geworden ist, das ist eben die Entscheidung des FC Bayern und von Manuel“, konstatierte der Ex-Profi weiter.
Zunächst wird Nübel nun mit der DFB-Auswahl als dritter Torwart zur WM reisen. Wenn sich bis zu seiner Rückkehr kein Abnehmer findet, wird der 29-Jährige zum Start der Saisonvorbereitung wieder beim FC Bayern aufschlagen. Spekuliert wird jedoch über einen Wechsel ins Ausland.