Als Uli Hoeneß in einem am Samstag veröffentlichten Interview des Spiegel nach Max Eberls Chancen auf eine Vertragsverlängerung gefragt wurde, antwortete er mit „60 zu 40“. Ein bemerkenswerter Vorgang, so kurz vor dem Pokalfinale, das die Bayern mit 3:0 gegen den VfB Stuttgart gewannen.
Dass Eberl mit den Aussagen nicht glücklich war, machte der Sportvorstand nach der Partie deutlich und wirkte dabei fast schon enttäuscht. Aber was bedeuten Hoeneß‘ Andeutungen überhaupt? Wer steht zu Eberl und wer nicht?
„Es gab die Theorie, die diskutiert wurde, dass dieses Verhältnis ‚60 zu 40‘ die tatsächlichen Verhältnisse im Aufsichtsrat widerspiegelt. Allerdings geht das angesichts von neun Mitgliedern nicht wirklich auf“, sagt SPORT1-Chefreporter Stefan Kumberger in der aktuellen Folge des Podcasts „Die Bayern-Woche“.
FC Bayern: Hoeneß erhöht Druck auf Eberl
Der Insider erklärt zudem, dass es nicht den einen großen Knall gegeben habe. Vielmehr sei die Arbeit Eberls hinter den Kulissen ein Dauerthema. Man dürfe bei der Deutung von Hoeneß‘ Sätzen die Struktur des Aufsichtsrats nicht außer Acht lassen. Entscheidend seien vor allem der Klub-Patron und Ex-CEO Karl-Heinz Rummenigge als ehemalige Fußballer und Funktionäre sowie der Vorsitzende Herbert Hainer.
Für Eberl ist die Situation nicht neu. Er selbst erklärte im Sommer 2025, dass all die Dinge, die Hoeneß & Co. öffentlich kundtun, vorher bereits mit ihm persönlich besprochen werden.
„Max Eberl wurde intern immer wieder auf Fehlerchen und Fehler hingewiesen. Offenbar war der Lerneffekt nicht so groß, und deswegen erhöht Hoeneß jetzt öffentlich den Druck auf ihn“, sagt Kumberger. So habe man bereits die Attacken des Ehrenpräsidenten im September 2025 im SPORT1 Doppelpass deuten dürfen.
Wie geht es mit Eberl weiter?
Derweil stellt sich die Frage, wie es mit Eberl weitergehen soll, falls er tatsächlich keinen neuen Vertrag bekommen sollte. Seine Position wäre geschwächt. Ähnlich wie Politiker, deren Wahlperiode endet, stünde er als sogenannte „lame duck“ da.
Der Sportvorstand bekannte bereits nach dem Pokalfinale, dass er auch in dieser Konstellation weitermachen wolle – bis zum letzten Tag seines Kontrakts. Ob das sinnvoll ist, darf bezweifelt werden.
„Das kann ich mir nicht vorstellen. Ich glaube, wenn der Vertrag im August nicht verlängert werden sollte, wird er seinen Stuhl räumen oder ihn räumen müssen. Anders funktioniert es vermutlich nicht“, so Kumberger. Eberls Position in Vertragsverhandlungen – zum Beispiel mit Konrad Laimer – sei durch den dann anstehenden Abschied zu sehr geschwächt. Der Sportvorstand habe aber bislang bewiesen, dass er leidensfähig ist.
Die ganze Diskussion sowie alles zu den anderen aktuellen Brennpunkt-Themen rund um den Rekordmeister hören Sie in der neuen Ausgabe des SPORT1-Podcasts „Die Bayern-Woche“ mit Moderatorin Madeleine Etti und Chefreporter Stefan Kumberger.
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