Lothar Matthäus hat sich in die neu entfachte Diskussion um Max Eberls Zukunft beim FC Bayern eingeschaltet. Der TV-Experte hält es für falsch, an dem Sportvorstand zu rütteln.

„Er kann nicht alles zu 100 Prozent richtig machen. Aber Max ist ein Kämpfer, der anpackt, der Themen aktiv angeht. Und ich sehe aktuell keinen Grund, seine Rolle grundsätzlich infrage zu stellen“, erklärte Matthäus in seiner Kolumne für Sky.

Lothar Matthäus spricht über die Causa Max Eberl
Lothar Matthäus spricht über die Causa Max EberlLothar Matthäus spricht über die Causa Max Eberl© IMAGO/Eibner

Eberls Vertrag in München läuft noch bis 2027 – die Chancen auf eine Vertragsverlängerung hatte Uli Hoeneß jüngst mit „60:40“ beziffert.

Matthäus: „Uli Hoeneß ist ein ehrlicher Mann“

„Ganz ehrlich: 60:40 klingt auch besser als 40:60“, befand Matthäus. Und es sei nun einmal die Verpflichtung des Vereins, jede Personalie zu prüfen.

Entsprechend nüchtern ordnet Matthäus die Aussagen von Hoeneß ein: „Uli ist ein ehrlicher Mensch und sagt, was er denkt. Und genau deshalb haben seine Worte Gewicht – intern wie extern.“

Es gehe nicht nur um sportliche Aspekte oder die Kaderzusammenstellung: „Es geht um Grundsätzliches beim FC Bayern. Der Klub ist seit Jahrzehnten erfolgreich – nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich. Und genau deshalb wird auch in erfolgreichen Zeiten hinterfragt: Was können wir besser machen? Wo können wir effizienter werden?“

FC Bayern: Diese Fragen stellen sich bei Eberl

Der FC Bayern habe in den vergangenen Jahren viel Geld ausgegeben, einem Topklub angemessen: „Aber gleichzeitig stellt man sich intern die Frage, ob jede Entscheidung im Nachhinein die richtige war. Hätte man Ablösen niedriger halten können? Hätte man früher reagieren müssen? Hätte man vielleicht noch häufiger auf eigene Talente setzen können?“

Es handele sich auch nicht um Vorwürfe gegen Eberl, sondern vielmehr um „Teil eines gesunden Selbstverständnisses. Bayern will nicht nur erfolgreich sein – Bayern will nachhaltig erfolgreich sei. Und genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich auch Max Eberl“, unterstrich Matthäus.