Bayerns früherer Sportvorstand Hasan Salihamidzic hat im SPORT1 Doppelpass einige spannende Details zum Transfer von Harry Kane ausgeplaudert. Der 49-Jährige verriet, dass die Münchner den Stürmer schon viel früher holen wollten.
„Als klar war, dass Lewandowski geht – das war schon im Oktober, November 2021 -, haben wir Gespräche geführt und mussten darüber nachdenken, wer der Nächste sein könnte“, sagte Salihamidzic.
Der Ex-Profi fuhr fort: „Dann haben wir versucht, Kontakt aufzunehmen, und das zog sich bis zum Ende der Saison. Aber Tottenham hat damals ziemlich schnell die Tür zugemacht und wollte überhaupt nicht darüber reden.“
„Haaland war auch ein Thema“
Dennoch sei allen klar gewesen, „dass er es sein muss, weil er wirklich Qualitäten hat, die sonst kaum einer besitzt. Wenn man schaut, wen man da hätte holen können.“
Salihamidzic sprach auch über andere Kandidaten: „Mbappé war finanziell überhaupt nicht darstellbar. Haaland war auch ein Thema. Wir haben natürlich geschaut, dass es ein Topstürmer sein muss.“
Statt Kane war Sadio Mané im Sommer 2022 nach München gekommen. Ein Jahr darauf verließ er die Bayern wieder – und Kane fand den Weg zum deutschen Rekordmeister.
„Beim FC Bayern braucht man einen, der Spiele gewinnt, ob das damals Giovane Elber war, ob das Lewa war oder jetzt natürlich Kane. Aber man muss dabei sehr sorgfältig vorgehen, weil das ein paar Euro kostet. Für uns war trotzdem eindeutig, dass er der Kandidat Nummer eins ist“, sagte Salihamidzic, der im Mai 2023 bei den Bayern freigestellt worden war – und den Abschluss des Kane-Transfers somit nicht mehr miterlebte.
Salihamidzic: So liefen die Gespräche mit Kane
An den Vorbereitungen war er dennoch beteiligt: „Wir haben im März einen neuen Trainer bekommen: Thomas Tuchel. Etwa vier Wochen später, irgendwann im April, haben wir uns zusammengesetzt und waren uns eindeutig einig, dass Kane das Transferziel Nummer eins wird“, verriet der 49-Jährige.
Anschließend nahm die Sache Fahrt auf. „Noch in derselben Woche sind wir nach London gefahren und haben die Familie getroffen. Er hat wirklich eine super Familie, Papa und Bruder sind sehr nett, wir haben gute Gespräche geführt“, sagte Salihamidzic: „Dann haben die Jungs (seine Nachfolger; Anm. d. Red.) das weiterverfolgt. Es war natürlich nicht einfach, Harry Kane aus London wegzuholen, aber der FC Bayern hat die Power und hat es gemacht.“
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Seit Kane bei den Bayern spielt, hat er 146 Tore in 147 Pflichtspielen erzielt. Am Samstag schoss er die Münchner mit einem Hattrick zum Pokal-Sieg.
„Sobald er freie Schussbahn hat, ist es normalerweise ein Tor. […] Er ist einfach gefährlich. Es gibt keinen Stürmer in Europa, der gerade so in Form ist, oder besser gesagt: der seit Jahren so konstant auf diesem hohen Niveau spielt wie er. Deswegen ist er absolut ein Ballon-d’Or-Kandidat“, sagte Salihamidzic.