Für Karl-Heinz Rummenigge ist eine mögliche Rückkehr von Thomas Müller zum FC Bayern aktuell noch kein Thema.

„Im Moment gibt es gar nicht so viel Kontakt“, sagt der langjährige Vorstandschef der Münchner im Interview mit t-online über den 2014er-Weltmeister, „es nützt nichts, ihn jetzt mit der Karotte zu locken.“

Karl-Heinz Rummenigge stellt derzeit kein Comeback von Thomas Müller in Aussicht
Karl-Heinz Rummenigge stellt derzeit kein Comeback von Thomas Müller in Aussicht Karl-Heinz Rummenigge stellt derzeit kein Comeback von Thomas Müller in Aussicht © picture-alliance/SvenSimon/SID/Frank Hoermann

Müller, der seit seinem Abschied von den Bayern in der Major League Soccer (USA) für die Vancouver Whitecaps spielt, könnte nach dem Ende seiner Fußballkarriere die Chance erhalten, in anderer Funktion für die Münchner zu arbeiten.

Rummenigge mahnt vor „unglaublich anspruchsvoller“ Aufgabe

Zuletzt wollte der 36-Jährige ein Engagement zumindest nicht ausschließen. „Was seine Zukunft betrifft, muss er sich darüber im Klaren sein, was er will“, so Rummenigge. Eine Entscheidung müsse „einfach bei ihm reifen“.

Im selben Atemzug spricht Aufsichtsratsmitglied Rummenigge auch eine Warnung an Müller aus. Tenor: Ein Engagement bei Bayern sei „unglaublich anspruchsvoll“ und ergebe aus Sicht des Klubs nur Sinn, wenn er sich der Aufgabe mit Haut und Haaren verschreibe.

„Thomas Müller ist jetzt 18 Jahre Fußballprofi. Ich gehe davon aus, dass er ein sehr reicher Mann ist, der diesen Job nicht unbedingt braucht, damit es ihm in der Zukunft noch wirtschaftlich gut geht“, führt Rummenigge aus – und ergänzt vielsagend: „Diesen Job kann nur machen, wer bereit ist, 24/7 zu arbeiten. Jeder, der glaubt, man kann das so nebenbei machen, mal zwischendurch ein paar Interviews geben und praktisch nur durch Kommunikation die Dinge bewältigen, der liegt völlig falsch. Und das ist das, was wir für die Zukunft brauchen. Wir müssen Leute finden, die bereit sind, alles zum Wohle des FC Bayern zu tun – und nicht für sich selbst.“

Rummenigge: Dreesen hätte gleich anstelle Kahns übernehmen sollen

Beachtenswert in diesem Kontext: An einer anderen Stelle des Interviews lobt Rummenigge in dieser Hinsicht seinen Nach-Nachfolger Jan-Christian Dreesen – und bewertet das Engagement von dessen Vorgänger Oliver Kahn als Fehler.

„Im Nachhinein muss man sagen, man hätte ihn von Anfang an als meinen Nachfolger installieren sollen“, sagt Rummenigge auf die Frage, ob Dreesen der würdige Erbe sei, der Kahn nicht gewesen sei.

Ohne Kahn selbst beim Namen zu nennen, würdigt Rummenigge Dreesen dann ausführlich: „Ich hatte mit ihm immer ein unglaublich gutes Verhältnis. Er war seit 2013 für die Finanzen, Organisation und diese ganzen Dinge zuständig. Und wir haben sehr harmonisch, loyal und gut zusammengearbeitet. Ich habe ihn bei so ziemlich jeder Verhandlung, die ich geführt habe, eingebunden, er hat alles miterlebt. Das hat wunderbar funktioniert.“

Unruhe sei „erst danach durch die eine oder andere Entscheidung ein wenig entstanden, die nicht ganz so aufgegangen ist, wie man sich das wünschte. Aber der Verein darf sich jetzt wieder glücklich schätzen. Jan hat in den letzten zwei Jahren auch extrem an den Finanzen gearbeitet, denn wir waren bei der Payroll auf dem völlig falschen Weg – und sind jetzt wieder auf dem richtigen. Dazu ist in den Verein auch dank ihm wieder Ruhe eingekehrt.“


Mit Sport-Informations-Dienst (SID)