Nico Schlotterbeck hat mit der am Freitag offiziell verkündeten Vertragsverlängerung beim BVB Fakten geschaffen – doch der Wirbel um seine Person ist damit noch nicht beendet. Denn die im Vertrag enthaltene Ausstiegsklausel sorgt weiter für Aufregung.
„Mein erster Impuls war ein fader Beigeschmack, aber im Endeffekt ist es eine Win-Win-Situation. Schlotti hatte eventuell nicht das, was er sich erhofft hat“, sagte DAZN-Experte Sami Khedira und spielte damit auf Angebote anderer Vereine an. Und Khedira enthüllte: „Es war ein großer Verein im letzten Winter an ihm dran, der für den kommenden Sommer aber nicht mehr da war.“
Khedira enthüllt Schlotterbeck-Interessenten
Auf Nachfrage von Moderatorin Laura Wontorra, um welchen Klub es sich denn gehandelt habe, antwortete der langjährige Mittelfeldstar von Real Madrid vielsagend: „Den kenne ich ganz gut. Am Mittwoch haben wir ihn wieder zu Gast. In Weiß …“
Gemeint war offensichtlich Khediras Ex-Klub Real Madrid, der am kommenden Mittwoch im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League beim FC Bayern gastieren wird.
Nach SPORT1-Informationen gibt es in Schlotterbecks neuem Vertrag eine Ausstiegsklausel, die sich zwischen 50 und 60 Millionen Euro bewegt, aber nur für absolute Top-Klubs gilt – wie die Bild berichtet, gilt die Klausel aber nicht für Ligarivale FC Bayern. Der kicker hatte dies zuerst berichtet. Die Klausel könnte demnach sogar in diesem Sommer schon gezogen werden.
Khedira sieht Schlotterbeck-Aussagen kritisch
Khedira kann Schlotterbecks Unterschrift dennoch etwas Positives abgewinnen, zumal damit ein ablösefreier Abgang nach der Saison 2027 abgewendet werden konnte.
„Es klingt nicht romantisch, es ist nicht wunderschön. Über ‚Echte Liebe‘ kann man streiten, aber für beide Seiten ist es sportlich und wirtschaftlich eine gute Lösung“, sagte Khedira – und kritisierte zugleich Schlotterbeck für dessen Aussagen: „Natürlich braucht er sich nicht hinstellen und sagen, dass der Verein ihm einen Plan vorgelegt hat und sein Herz nur bei Borussia Dortmund ist. Mit diesen Aussagen muss man aufpassen, aber am Ende ist es eine ordentliche Lösung für beide Seiten.“
Für Sky-Experte Dietmar Hamann ist die Situation ebenfalls brisant. „Er hat einen Vertrag unterschrieben, weil er jetzt keinen Verein hat. Es ist ja wohl offensichtlich, dass er gerne woanders hingehen würde, weil es ihm eine bessere Chance gibt, Meister zu werden oder Champions-League-Sieger, oder was auch immer“, sagte Hamann.
Hamann: „Ganze Konstellation halte ich für brandgefährlich“
„Dass die Dortmunder das mitmachen, dass die Ausstiegsklausel drei Monate oder zehn Wochen nach Vertragsunterschrift gezogen werden kann, das verstehe ich von Vereinsseite irgendwo nicht“, ergänzte Hamann.
Schlotterbeck wurde bei seinem ersten Auftritt nach seiner Vertragsunterschrift beim Warmmachen vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen (JETZT im LIVETICKER) gut empfangen. Hamann hatte im Vorfeld spekuliert, dass es durchaus Unmut seitens der Fans geben könnte.
„Ich weiß nicht, ob du einen Kapitän haben kannst, der einen Vertrag unterschreibt, mit dem du in drei Monaten schon wieder den Abflug machen kannst. Ich bin gespannt, was die Fanseele in Dortmund sagt. Die ganze Konstellation halte ich für brandgefährlich, nicht nur für den Spieler sondern auch für den Verein“, sagte Hamann.