Beim FC Bayern läuft aktuell alles voll nach Plan. Die Meisterschaft so gut wie im Sack, zudem im Halbfinale im DFB-Pokal und der Champions League. Einer der Erfolgsgründe: Neben spektakulären Stars baut der deutsche Rekordmeister auch wieder verstärkt auf Talente aus der eigenen Jugend.
Ehrenpräsident Uli Hoeneß stellte zuletzt in einem Interview heraus, dass Cheftrainer Vincent Kompany ein wenig zu seinem Glück gezwungen werden musste. Kompany hätte gerne Xavi Simons verpflichtet, doch Hoeneß riet dazu auf eigene Talente, wie beispielsweise Lennart Karl, zu setzen. Für Stefan Effenberg genau die richtige Entscheidung, wie er im Doppelpass auf SPORT1 deutlich machte.
Effenberg im Doppelpass: Hoeneß liegt „völlig richtig“
„Hätten sich die jungen Spieler so entwickelt, wenn sie nicht das Vertrauen bekommen hätten?“, merkte Effenberg an: „Du hättest es ihnen mit teureren bzw. mehr Spielern verbaut. Die Punkte, die Uli angesprochen hat, sind völlig richtig.“ Sowieso habe Hoeneß „grundsätzlich immer Recht“, merkte Effenberg in diesem Kontext augenzwinkernd an.
Geht es nach dem ehemaligen Bayern-Kapitän, dann würden speziell solche harten Gespräche und Verhandlungen den Verein so stark machen: „So kennen wir den FC Bayern. Hinter verschlossenen Türen wird Tacheles geredet, aber wenn die Türen wieder aufgehen, muss man mit einer Linie herauskommen und das haben sie geschafft.“
Für Krösche ist Bauen auf eigene Talente „alternativlos“
„Mittlerweile funktioniert es beim FC Bayern, dass Spieler entwickelt werden. Das wäre so nicht passiert, wenn es im Sommer nicht dieses Gespräch geführt worden wäre“, sagte der SPORT1-Experte weiter.
Zustimmung für die Transferpolitik gab es auch von Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche: „Es ist alternativlos. Wir sind in Deutschland nicht mehr in der Lage, breite Kader zu haben. Wir müssen das Geld auf 15, 16, 17 Spieler konzentrieren und dann dem Nachwuchs die Chance geben. Das machen die Bayern überragend in diesem Jahr und das ist auch der richtige Weg.“
Wie viele Titel die Bayern in dieser Saison einfahren können, ist noch offen. Fest steht schon jetzt, dass nach der Verletzung von Serge Gnabry auch in den anstehenden wichtigen Spielen viel Verantwortung auf den Schultern der talentierten Jung-Stars lasten wird.