An seiner Ansage hat sich nichts geändert. Seit Uli Hoeneß im Sommer 2024 verkündete, der FC Bayern habe „keinen Geldscheißer“ ist klar: Sportvorstand Max Eberl muss die Gehaltskosten deutlich senken – nur dann sind der mächtige Klub-Patron und der restliche Aufsichtsrat zufrieden.
Heißt auch: In den aktuell anstrengenden und intensiven Wochen der Saison wird beim Rekordmeister ganz genau hingeschaut. Wer zeigt die entsprechende Leistung? Wer bringt die nötige Mentalität mit? Wer verhält sich wirklich „Bayern-like“?
Während einige Abschiedskandidaten mit dicken Gehältern offenkundig sind, brachte die Sport Bild jüngst weitere Namen ins Spiel. Neben Leroy Sané, Leon Goretzka, Serge Gnabry und Kingsley Coman, dürften wohl auch Raphael Guerreiro und Joao Palhinha den Klub bei entsprechenden Angeboten verlassen. Sie müssen zittern und könnten dem Spar-Diktat zum Opfer fallen.
Guerreiro und Palhinha auf dem Prüfstand
Für SPORT1-Chefreporter Stefan Kumberger zwei Personalien, die tatsächlich überdacht werden müssen – auch wenn die Ausgangslagen unterschiedlich sind.
„Guerreiro ist ja der Lieblingsschüler von Thomas Tuchel gewesen. Aber derzeit ist er nicht auf dem Niveau, das sich der FC Bayern wünscht. Er ist flexibel und kann auf vielen Positionen spielen – zuletzt machte er aber zu viele Fehler“, sagt Kumberger in der aktuellen Folge des Podcasts „Die Bayern-Woche“.
Guerreiro dränge sich aktuell nicht als Stammspieler, sondern eher als Verkaufskandidat auf. Zudem sei der Portugiese kein Lautsprecher, der eine Mannschaft mitreiße.
Palhinha-Verkauf brächte Image-Problem
Im Fall von Palhinha sieht der Bayern-Insider ein Image-Problem auf den FC Bayern zukommen. Sollte man den 29-Jährigen nach nur einer Saison wieder abgeben, würde das zu Recht kritisiert werden.
„Das wäre ein Hammer, wenn man den Mann, dem man so lange hinterhergelaufen ist und der so teuer war, verkaufen müsste“, so Kumberger. Er ist sich sicher: „Die 50 Millionen Euro, die du für ihn bezahlt hast, bekommst du im Verkauf sicher nicht wieder. Das würde ein Minusgeschäft werden.“
Transfersommer 2023 im Fokus
Ein Abschied von Palhinha und Guerreiro würde zudem ein besonderes Licht auf den Transfersommer 2023 werfen. Zur Erinnerung: Der FC Bayern stand damals ohne Sportvorstand da. Hasan Salihamidzic war entlassen worden, Christoph Freund noch nicht im Amt, Max Eberl noch gar kein Thema.
Rückblickend lässt sich sagen, dass die zu jener Zeit geschaffene „Transfer-Kommission“ sich offenbar vor allem auf Harry Kane konzentrierte.
Mit Guerreiro holte man einen Wunschspieler für Tuchel und baggerte mit Palhinha – vorerst erfolglos – an einem zweiten Transferziel des damaligen Trainers. Zwei Spieler, die jetzt nicht mehr ins Konzept zu passen scheinen. „In jenem Sommer 2023 sind Probleme entstanden, die man jetzt spürt – auf dem Platz und im Geldbeutel“, erklärt Kumberger.
Die ganze Diskussion um die Zukunft des FC Bayern, sowie die Analyse der vergangenen Spiele und eine Einordnung des Theaters um Thomas Müller hören Sie in der aktuellen Folge des SPORT1-Podcasts „Die Bayern-Woche“ mit Moderatorin Madeleine Etti und Chefreporter Stefan Kumberger.