In der Nationalmannschaft ist Joshua Kimmich bereits seit dem Sommer Kapitän, geht es nach Lothar Matthäus sollte der Mittelfeldspieler dieses Amt auch so bald wie möglich beim FC Bayern übernehmen. Manuel Neuer glaubt jedoch, dass die Prioritäten von Kimmich zunächst woanders liegen.

Neuer kommentierte Matthäus‘ Vorschlag nach dem 3:2-Erfolg gegen Wolfsburg wie folgt: „Ich denke nicht, dass es ihm jetzt darum geht. Ich denke, es geht Jo darum, dass wir eine gute, schlagfertige Mannschaft haben werden und wir die Möglichkeit haben werden, in der Champions League weit zu kommen und mehrere Titel einfahren zu können“, sagte der Bayern-Keeper.

Wird Joshua Kimmich (r.) Manuel Neuers (l.) Nachfolger?
Wird Joshua Kimmich (r.) Manuel Neuers (l.) Nachfolger?Wird Joshua Kimmich (r.) Manuel Neuers (l.) Nachfolger?

Neuer: „Das Wichtigste für Jo ist…“

Er vermutet, dass Kimmich zunächst den sportlichen Erfolg priorisiere, die Kapitänsbinde sei dabei eher nebensächlich. „Ich glaube, es ist das Wichtigste für Jo, dass wir eine Mannschaft haben, die national und international mit zu den Favoriten gehört“, machte Neuer deutlich.

Im Interview mit der Sport Bild überraschte Matthäus mit dem Zeitpunkt, wann der Wechsel seiner Meinung nach passieren sollte: „Die Verantwortlichen des FC Bayern und Vincent Kompany sollten sich Gedanken machen, ob sie Kimmich vorzeitig zum Kapitän befördern – trotz Manuel Neuer und Thomas Müller. Und ich sage das bei allem Respekt vor Neuer und Müller.“

Geht es nach Matthäus, könnte diese Entscheidung eine entscheidende Rolle im Poker um eine Vertragsverlängerung sein: „Wieso nicht neben finanziellen und sportlichen Aspekten bei einer Verlängerung einen weiteren Anreiz für Joshua Kimmich schaffen?“

Kimmich geht gerne als Führungsspieler voran

Der Vertrag von Kimmich läuft im Sommer 2025 aus. Den Bayern-Verantwortlichen läuft deshalb aktuell die Zeit davon. Bekannt ist, dass Kimmich gerne als Führungsspieler vorangeht. Eben dies könnte sich der FC Bayern aus der Sicht von Matthäus entscheidend zu Nutze machen.

„Man könnte schon im Winter über einen Wechsel des Kapitäns diskutieren, wobei das vor dem Rückrunden-Start Unruhe in den Verein bringen könnte“, glaubt Matthäus, der den Bayern bei einer Kimmich-Verlängerung einen Wechsel aber spätestens zur kommenden Saison ans Herz legt: „Aber spätestens zur neuen Saison würde ich Joshua Kimmich – trotz einer bevorstehenden Verlängerung von Neuer – zum Spielführer machen. Manuel könnte das verkraften, er muss nach all den Jahren nicht aufs Amt bestehen.“

Dass Matthäus überhaupt auf solch einen kuriosen Vorschlag kommt, könnte auch aus seiner eigenen aktiven Karriere herrühren. 1997 wurde er nach der Veröffentlichung eines umstrittenen Buches, indem er gegen seinen eigenen Teamkollegen schoss, selbst als Kapitän der Bayern abgesetzt.

„Für mich hatte das keinen negativen Effekt, ich konnte gut damit umgehen, habe meinen Einfluss behalten, wurde sogar noch einmal Deutschlands Fußballer des Jahres“, sagte Matthäus.