„Mitglieder verkauft und verraten – ihr habt zwei Wochen Zeit, diesen Fehler zu korrigieren“, stand auf einem Banner, das die Fans des VfB Stuttgart beim 3:0-Sieg bei der TSG Hoffenheim zeigten. Damit spielen die Fans auf die Abwahl von Vereinspräsident Claus Vogt als Aufsichtsratsvorsitzender Anfang der Woche an, die im Verein für viele Diskussionen sorgte, denn 2017 gab der frühere Präsident Wolfgang Dietrich sein Versprechen, „dass der gewählte Präsident des e.V. auch das Kontrollgremium anführen müsse“.

Der neue Investor Porsche verlangte jedoch eine personelle Veränderung an der Spitze des Klubs, weshalb die frühere Ministerin Baden-Württembergs Tanja Gönner am vergangenen Dienstag zur Vorsitzenden des Aufsichtsrates gewählt wurde. Diese Wahl will Vogt jedoch nicht anerkennen.

Im STAHLWERK Doppelpass äußerte sich am Sonntagmittag nun auch Michael Reschke, ehemaliger Sportdirektor der Schwaben und technischer Direktor des FC Bayern, zu den Protesten beim VfB. Er betonte: „Wir haben in Stuttgart zwei konkurrierende Unternehmen der Automobilbranche, die sich im Sinne des Klubs zusammenschließen und bereit sind, als Sponsoren den Klub zu unterstützen.“

VfB-Machtkampf? „Das ist nicht ganz sauber“

Der 66-Jährige erklärte: „Die haben eine Vorstellung, – die meines Wissens mit dem Aufsichtsrat und Vorstand besprochen worden ist – dass es eine Veränderung im Aufsichtsrat geben soll. Das ist mit dem Präsidenten Claus Vogt abgesprochen und von ihm mitunterschrieben. Wenn da im Nachhinein bei Vogt ein Gesinnungswandel stattfindet, ist das nicht ganz sauber.“

Dennoch stimmt bei einer Jahreshauptversammlung nur ein geringer Bruchteil der gesamten Mitglieder ab, weshalb die Ergebnisse nicht repräsentativ für alle Fans sein können. „Ob die immer für die gesamten 95.000 Mitglieder sprechen, stelle ich auch nochmal infrage. Wie Alex Wehrle den Verein führt, kann ich nur appellieren: Bitte sinnvoll zusammensetzen und schauen, im Sinne des wunderbaren Klubs eine Lösung finden“, sagte Reschke.

Der Head of Europe bei CAA Stellar ist sich jedoch sicher: „Dieser Frontenkrieg schadet dem Verein. Es ist sicherlich im Interesse von allen, sich an einen runden Tisch zu setzen und eine Lösung zu finden. Aber diese Dämonisierung von Porsche oder Daimler ist völlig unangebracht.“

Nun bleibt jedoch offen, wie der Verein und seine Fans reagieren. Das auf dem Banner gesetzte Ultimatum würde jedoch auf das Heimspiel am Ostersonntag gegen den 1. FC Heidenheim fallen. Ob die Fans dann eine weitere Protestaktion planen, ist unklar.