Seit Sommer ist Niclas Füllkrug bei Borussia Dortmund, bisher hat er mit dem BVB eine nicht zufriedenstellende Hinrunde in der Bundesliga gespielt. Das Team von Trainer Edin Terzic hat vor dem Start ins neue Jahr sechs Punkte Rückstand auf die Champions-League-Plätze. In einem Interview legte Füllkrug den Finger in die Wunde.

„Andere Stürmer bekommen mehr Abschlüsse als ich“

Das Offensivspiel des BVB stockte häufig an den ersten 16 Spieltagen der Bundesligasaison. Als Stürmer kam Füllkrug nur selten in gute Abschlusssituationen. „Ich bin schon überrascht, in wie viele Assistgeber-Positionen ich in der Hinrunde gekommen bin“, erklärte der 30-Jährige im Gespräch mit den Ruhrnachrichten.

Bisher sind seine Ausbeute immerhin fünf Tore und ebenso viele Vorlagen. Er verwies darauf, dass es noch mehr Assists hätten sein können, wenn seine Mitspieler nicht so häufig die Latte oder den Pfosten getroffen hätten.

Doch er haderte zugleich: „Für einen Mittelstürmer ist dieses Verhältnis, dass du mehr Bälle auflegst als selbst abzuschließen, schon ein bisschen irrational und nicht normal.“ Er fügte hinzu: „Andere Stürmer sind zu deutlich mehr Abschlüssen gekommen als ich. Das muss besser werden.“

BVB tut sich schwer mit Rückschlägen

Füllkrug ist mit seinen bisherigen zehn Scorerpunkten einverstanden, aber mit den fünf Treffern noch nicht zufrieden. „Ich muss und möchte mehr Tore schießen für den BVB“, betonte der Stürmer.

Seit Ende November gewann der BVB kein Spiel mehr und fiel dadurch in der Bundesliga aus den Champions-League-Rängen. „Es war nicht mehr dieselbe Energie auf dem Platz“, gestand Füllkrug und ergänzte: „Man hat dann schon in den letzten Spielen gesehen, dass wir uns echt schwergetan haben, nochmal eine Schippe draufzulegen, wenn wir es mussten.“

Der 30-Jährige meinte, dass sie es zwar immer probiert haben, sich gegen die schlechten Ergebnisse zu stemmen, aber sie haben es nicht immer geschafft und dadurch Selbstvertrauen verloren. „Es gab dann leider einfach auch viele Momente in den Spielen, die uns eher runter- als hochgezogen haben, weil unsere Aktionen nicht gesessen haben“, so Füllkrug.

Für das Empfinden des Stürmers hat in der Hinrunde die Relation zwischen dem eigenen Aufwand, einen Treffer zu erzielen, und dem des Gegners nur selten gestimmt. „Das lag ganz allein an unserer Leistung. Weil wir in den meisten Fällen die Mannschaft sind, die darüber entscheiden kann, wer das Spiel gewinnt. Es war so, dass wir da immer wieder Luft nach oben gelassen haben. Das gilt es jetzt in der Rückrunde zu verbessern.“

Füllkrug freut sich über Sahin und Bender

Das ständige Auf und Ab zwischen den sehr guten Leistungen in der Königsklasse und den darauffolgenden schwachen Bundesligaspielen ist für Füllkrug nicht zu erklären: „Es ist einiges in der Hinrunde leider nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgenommen und vorgestellt haben, so dass sich das einfach in dieser Tabelle am Ende widerspiegelt.“ Der Stürmer erinnerte sich noch an die Rückrunde der vergangenen Spielzeit, als er noch mit Werder Bremen gegen den BVB gespielt hat: „Da hatte die Dortmunder Mannschaft ein anderes Selbstverständnis, um die Ergebnisse zu erzielen.“

Damit die Rückrunde besser verläuft, hat der BVB in der Winterpause sein Trainerteam umstrukturiert und mit Nuri Sahin sowie Sven Bender zwei neue Co-Trainer installiert. „Die beiden werden uns, glaube ich, sehr guttun“, meinte Füllkrug. Mit Sahin spielte er noch bei Werder zusammen: „Er ist ein schlauer Kopf, ich mag ihn sehr.“ Bender hingegen kannte er bislang nur als Gegenspieler: „Manni Bender ist ein Wahnsinns-Typ, so wie ich ihn bis jetzt erlebt habe. Ich glaube, der wird nicht umsonst so verehrt hier in Dortmund.“

Für die Borussia startet das neue Jahr am Samstagabend mit dem Auswärtsspiel beim SV Darmstadt (ab 18.30 Uhr im LIVETICKER).