Die Saison-Schlussphase der Vorsaison hat für Bayern-Youngster Jamal Musiala so einige Wendungen mitgebracht. Vor seinem goldenen Treffer im finalen Showdown der Meisterschaft, erlebte der 20-Jährige auch die Schattenseiten. So schien am vorletzten Spieltag nach der Heimpleite gegen RB Leipzig alles verloren zu sein. Ein gutes halbes Jahr später hat Musiala seine Gefühlslage während des spektakulären Saison-Endspurts in einem Beitrag für den Kicker beschrieben.
„Die Woche vor dem letzten Spieltag in Köln war wie eine Achterbahnfahrt der Gefühle“, erinnerte sich Musiala. „Zum Wochenstart hatten wir schon so ein Gefühl, dass wir die Meisterschaft verloren haben. Wir waren alle ein bisschen down“, gab der offensive Mittelfeldspieler zu. In den entscheidenden Tagen hat sich das Team mental dann aber doch noch fangen können. „Von Tag zu Tag wurde es besser, wir haben versucht, so positiv zu bleiben wie möglich. Da hat man gesehen, dass wir eine super Teammoral haben und wir nie aufhören, an uns zu glauben“, führte er aus.
Training mit Barry entscheidend: „Habe genau die Aktion im Spiel bekommen“
Besonders gut erinnert sich der Youngster an ein Torabschluss-Training mit Co-Trainer Anthony Barry. „Wir haben Abschlusssituationen und Torschüsse, die im Spiel kommen könnten, simuliert und trainiert. Immer und immer wieder, mit vielen Wiederholungen. Und dann habe ich genau die Aktion im Spiel bekommen, die ich mit Anthony trainiert hatte, und habe den Abschluss dieses Mal reingemacht“, beschrieb er das Happy End der Bayern, für das er mit seinem Traumtor in der 89. Minute sorgte.
Musiala über Abschlusspech: „War verhext“
Der Zauber-Treffer von Musiala überdeckte vieles, was beim FC Bayern, aber auch beim 20-Jährigen persönlich in den Monaten zuvor nicht so zusammengelaufen war.
Bereits bei der EM spielte der Offensivspieler zwar stark, vergab aber immer wieder aus besten Abschlusspositionen. Dies setzte sich beim FC Bayern fort, ehe er dann auch beim Pokal-Ausscheiden gegen Freiburg mit einem verursachten Handelfmeter zum Unglücksrabe wurde.
„Ich dachte manchmal, es ist alles verhext oder verflucht, der Ball wollte einfach nicht rein“, erinnerte er sich an die schweren Monate. Gerade deswegen war der Treffer in Köln „der größte Moment“ seiner Bayern-Zeit „Da waren so viele Emotionen, dass ich nicht wusste, was ich machen soll. Ich habe einfach rumgeschrien vor Freude und bin rumgesprungen“, beschrieb er den Moment, als aus Anspannung und Ärger auf einem Schlag Ekstase wurde.