Lothar Matthäus und Erik Meijer haben im Vorfeld der Bundesliga-Konferenz (JETZT im SPORT1-LIVETICKER) bei Sky über Borussia Dortmund debattiert. Nach dem enttäuschenden 1:1 gegen den FSV Mainz 05 übten beide Kritik an der Vereinsführung und den Spielern. Auch die Trainerposition solle man hinterfragen.

In der Bundesliga und im DFB-Pokal haben sie nicht ihr wahres Gesicht gezeigt. Deswegen wird wahrscheinlich nicht nur die Trainerposition diskutiert, sondern auch die Kaderzusammenstellung“, stellte Matthäus fest.

“Sie stehen auf der Stelle…“

Das war sehr schlecht! Vom ersten Spieltag an, wo sie glücklich gegen Köln gewonnen haben, bis zum 16. Spieltag gestern. Wo sie gegen Mainz, vor allem in der zweiten Halbzeit, eine katastrophale Leistung gezeigt haben. In Dortmund muss Tacheles gesprochen werden“, führte der 62-Jährige aus.

Auch sein Sky-Kollege Erik Meijer zeigte sich vom BVB enttäuscht. Der Auftritt in der zweiten Halbzeit sei so „dünn“ gewesen, so etwas habe er lange nicht mehr gesehen. „Sie stehen auf der Stelle. Das Trauma von Mainz, aus dem letzten Jahr, steckt noch im Schwarz-Gelben Trikot mit drinnen. Da bin ich zu 100 Prozent von überzeugt“ schlussfolgerte der Niederländer.

Gregor Kobel, der auch als einziger BVB-Spieler in Matthäus‘ Top-Elf stand, könne die Dortmunder nicht jedes Mal retten. „Der rettet dir schon seit ein paar Wochen den Laden. Die Dortmunder haben die Bälle nur von rechts nach links rübergeschoben. Je länger das Spiel gedauert hat, desto mehr ist Kopf runter gegangen und der Glaube dahin“ behauptete Meijer.

Muss der BVB die Kaderplanung überdenken?

Die Torwartposition sei nicht das Problem, laut Matthäus liege das Problem in der Abwehr, besonders was die Kaderplanung angeht. Mit Ramy Bensebaini, Marius Wolf, Julian Ryerson, Niklas Süle, Nico Schlotterbeck und Mats Hummels habe man sechs nominelle Verteidiger um vier Position zu besetzen. Das sei schlichtweg zu wenig, außerdem „sehe ich Bensebaini und Wolf eigentlich nicht als Außenverteidiger, sondern als Offensivspieler über die Flügel“ – laut Matthäus fehle die Balance im Kader.

„Ich weiß nicht, wie er (Sebastian Kehl Anm. d. Red.) das alles so zusammenstellt. Sebastian Kehl ist verantwortlich, aber da sind auch andere, die Sebastian nicht das machen lassen, so wie er es sich vorstellt. Alle sitzen ja einem Tisch.“

Auch Terzic müsse hinterfragt werden: „Das können nur die Verantwortlichen sagen, die eben mit an diesem Tisch sitzen. Aber, ganz sicher ist es so, dass der Name Terzic da schon kritisiert wird. Man redet ja auch davon, dass die Mannschaft ein bisschen gegen den Trainer gesprochen hat, man weiß es nicht. Natürlich sind einige Spieler sehr unzufrieden bei Borussia Dortmund.“

Ob der BVB noch einmal die Kurve bekomme? „Das Einzige, was dafürspricht, ist die Vergangenheit.“ Matthäus wusste jedoch nicht, wie Terzic den Hebel umlegen soll: „Sie haben die Körpersprache nicht. Haben die Spieler kein Bock? Ich weiß es nicht, keine Ahnung, ich bin nicht tagtäglich beim Training dabei. Es ist nicht Dortmund-like. Die Qualität der Mannschaft ist da, aber im Endeffekt bringt jeder ein paar Prozent zu wenig und das summiert sich. Deswegen eben auch dieser enttäuschende Tabellenplatz in der Bundesliga.“

In Dortmund müsse man aufhören, sich mit Floskeln zu beschäftigen: „Sie haben sich ja selbst hohe Ziele gesteckt – Pokale zu gewinnen und Bayern-Jäger Nummer eins zu sein. Da sind sie meilenweit von entfernt. Dann spielt gefälligst auch so!“