Krise bei Eintracht Frankfurt? Nein, danke. Den Hessen gelingt der Befreiungsschlag, die Mannschaft von Dino Toppmöller gewann mit 2:0 (1:0) gegen den 1. FC Heidenheim. Im Vergleich zu den vergangenen Partien zeigte die SGE, auch ohne den rotgesperrten Mario Götze, ein komplett anderes Gesicht: Zweikampfstark, Lichtblicke in der Offensive und verbessertes Kombinationsspiel – wenn auch noch nicht frei von Fehlern.
Kevin Trapp konnte abermals zu Null spielen und hält großen Anteil daran, dass die Eintracht die beste Defensive der Liga stellt. Der Kapitän äußerte sich nach dem Spiel bei Sky: „Es ist ein sehr schöner Abend. Am Donnerstag haben wir unverdient verloren, heute haben wir uns endlich für unsere Leistung belohnt. Wir wachsen immer mehr zusammen, das sieht man auch auf dem Platz. Die Art und Weise wie wir heute gewonnen haben, wird uns gut tun.“
Die Überraschungsmannschaft aus Heidenheim blieb hinter den Erwartungen zurück und hatte dem druckvollen Spiel der Frankfurter wenig entgegenzusetzen. Insgesamt war der Auftritt der Gäste zu passiv, vereinzelt stellten sie ihre Konterstärke unter Beweis.
Hugo Larsson brachte die Adlerträger mit einem sehenswerten Distanzschuss aus der zweiten Reihe in Führung (39.). Mal wieder ging der zweite Ball an die Eintracht und nachdem die Mannschaft von Dino Toppmöller abermals die Präzision im Strafraum fehlte, nahm der junge Schwede sein Herz in die Hand und beförderte den Ball ins linke untere Eck.
Toppmöller huldigte seine Mannschaft nach der Partie: „Ich bin total stolz auf die Jungs, wir haben die richtige Antwort gegeben und hochverdient gewonnen. Wir haben extrem gut gegen den Ball gearbeitet, die Jungs haben hervorragend verteidigt.“ Der Österreicher äußerste sich kritisch was die bevorstehende Länderspielpause angeht: „Was mich am meisten stört, sind die extrem weiten Reisen. Ich hoffe, dass alle gesund zurückkommen. Es wird schwer sich auf das Spiel gegen Hoffenheim vorzubereiten, weil wir kein einziges gemeinsames Training haben werden.“
- Bundesliga-Highlights im Video
- Alle Bundesliga-News
- SPORT1 Bundesliga Classics: Historische Momente im Video
Lichtblick bei Ansgar Knauff
Die Gäste aus Heidenheim waren stets engagiert, konnten in der Offensive jedoch nur selten überzeugen. Nachdem die Eintracht im zweiten Durchgang Tempo aus der Partie genommen hatte, kam die Mannschaft von Frank Schmidt vermehrt zu Gelegenheiten, blieb jedoch ohne eigenen Torerfolg.
Der Gäste-Coach zeigte sich nach dem Spiel selbstkritisch: „Am Ende war es eine verdiente Niederlage. Wir haben gut begonnen, aber mit dem Elfmeter ist der Zugriff auf die Partie verloren gegangen. Die Eintracht war die zweikampfstärkere Mannschaft und hatte ein Chancenplus und wir hatten in den entscheidenden Phasen nicht das nötige Glück und konnten unsere Chancen nicht nutzen.“
Im Anschluss drehte die Eintracht nochmal auf, der eingewechselte Ansgar Knauff traf nach Vorlage von Buta zum 2:0 (72.). Es war ein wichtiger Treffer für den zuletzt formschwachen Youngster. „Es war ein tolles Gefühl, es freut mich, dass ich heute mal wieder für das Team treffen konnte“, so Knauff.
Vor Anpfiff der Partie hatte die SGE, gemeinsam mit dem 1. FC Köln, noch die schwächste Offensive der Liga gestellt (je vier Tore). Nach dem Abgang von Randal Kolo Muani lief wenig zusammen, der heutige Auftritt sollte den Hessen Mut machen. Sportvorstand Markus Krösche wirkte zufrieden: „Wir haben verdient gewonnen, heute war ein Schritt in die richtige Richtung. Wir haben jetzt auch andere Spieler die Tore erzielen. Wir sind auf einem guten Weg!“
Ngankam vergibt kläglich
Dabei hätte die Eintracht schon früher in Führung gehen können, beziehungsweise müssen. Kevin Müller brachte Omar Marmoush im Strafraum zu Fall und Schiedsrichter Daniel Schlager entschied folgerichtig auf Elfmeter (28.). Auch Müller sprach von einer verdienten Niederlage: „Wir haben zu viel zugelassen und nach dem Elfmeter den Faden verloren. Wir müssen die Niederlage akzeptieren und aufarbeiten, aber es geht weiter!“
Jessic Ngankam scheiterte kläglich vom Punkt, sein Schuss segelte tief in den Frankfurt Nachthimmel über die Latte. Sein Versuch erinnerte an ein Field Goal, wie in der NFL üblich. Tatsächlich gastiert die NFL am 5. November in Frankfurt, der Super-Bowl-Champion Kansas City Chiefs trifft auf die Miami Dolphins. Spätestens dann, werden wieder richtige Field Goals geschossen.
SGE nimmt Fahrt auf
Kaum Chancen, wenig Tempo, aber viele Fehler prägten das Spiel der Hessen. Lange Zeit blieb der Abschluss von Heidenheims Jan-Niklas Beste (12.) der gefährlichste in einer dürftigen Partie. Erst nach dem verschossenen Elfmeter wachte die Eintracht auf. Deutlich mehr Druck entwickelte die SGE fortan, ohne jedoch spielerische Glanzpunkte zu setzen.
Auch nach dem Seitenwechsel investierte die Eintracht mehr, belohnte sich jedoch nicht. Willian Pacho köpfte den Ball nach einer Ecke knapp vorbei (50.), Ellyes Skhiri scheiterte dazu an Müller (70.). Insgesamt fehlte Toppmöllers Elf der Zug zum Tor im zweiten Durchgang, auch deshalb blieben die Heidenheimer, lange im Spiel – bis Knauff für klare Verhältnisse sorgte.
—
mit Sport-Informations-Dienst (SID)