Auch in der Länderspielpause bleibt der FC Bayern Thema – nicht zuletzt ob seines Ehrenpräsidenten Uli Hoeneß. Dieser trat zuletzt gegen den geschassten CEO Oliver Kahn nach, mit zumindest offensiv gewählten Worten.
Im STAHLWERK Doppelpass auf SPORT1 äußerte sich Wolfang Niersbach dazu – und nahm Hoeneß in Schutz: „Es ist irgendwo menschlich. Eine unbedachte Äußerung rutscht jedem mal heraus. Man muss schauen, wie das auf die Goldwaage gelegt wird. Zu Uli Hoeneß, den ich unglaublich schätze: Der FC Bayern ist sein Leben, sein Verein.“
Dabei bekräftigte der ehemalige DFB-Präsident den Stellenwert von Hoeneß beim FC Bayern und relativierte dadurch dessen Involviertheit: „Für mich ist es faszinierend, dass er sich selbst vorgenommen hat, Ehrenpräsident zu werden, aber, wenn dann irgendeine Gelegenheit ist, wieder ins Tagesgeschäft zitiert zu werden. Er ist Leib und Seele dieses Vereins.“
Niersbach vergleicht FC Bayern mit einer Wagenburg
Dennoch sollte unter dem Strich ein respektvoller Umgang bleiben, wie auch SPORT1-Experte Stefan Effenberg klarstellte: „Das mit Oliver Kahn war nicht okay. Wenn du dich verabredest, zu schweigen und respektvoll miteinander umzugehen, dann aber den Oli nochmal anschießt, kann ich das nicht nachvollziehen.“
Für Niersbach seien es nicht ganz durchdachte Aussagen von Hoeneß gewesen: „Er müsste wissen, dass alles beim FC Bayern mit ihm in ein höheres Regal eingeordnet wird. Das wird sich aber auch nicht mehr ändern. Am Ende des Tages werden sie sich aber wieder gut verstehen, auch Oliver Kahn und Uli Hoeneß.“
Denn den deutschen Rekordmeister präge eine spezielle Mentalität: „So wie ich den FC Bayern kenne, bei allen Problemen und Konflikten, ist er wie eine Wagenburg, dass man am Ende alles zusammengehalten hat. Das ist eine Stärke des Vereins.“
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So sollte auch Thomas Tuchel eine Kritik der vereinseigenen Obrigkeit nicht zu sehr an sich heranlassen: „Tuchel muss sich das auch nicht zu Herzen zu nehmen. Damit muss er klarkommen. Wenn eine Ansage von oben kommt, dann kommt sie von oben. Dann haben sie das unten zu akzeptieren“, meinte Effenberg.
Weiter: „Ich finde alle die Aussagen wie vorher auch zu Nagelsmann und Tuchel aber gar nicht so schlimm. Für mich ist es auch ein großer Unterschied: Will ich mit meinen Aussagen Unruhe stiften oder aufwecken? Hoeneß war in der Vergangenheit deshalb immer extrem kritisch, weil er den Trainer oder die Mannschaft aufwecken wollte.“
Denn Uli Hoeneß werde niemand mehr ändern. „Ich kenne Uli nun seit 34 Jahren, und wenn man ihn nicht so kennt, betrachtet man das von Außen vielleicht auch ein Stück weit anders. Eigentlich feiere ich den Uli. Er verteidigt den Verein bis aufs Blut. Er ist so. Das wird er immer tun, bis er nicht mehr da ist.“