Nach dem plötzlichen Aus von Max Eberl bei RB Leipzig in der unmittelbaren Vorbereitung auf den Bundesliga-Gipfel mit dem FC Bayern (Samstag ab 18.30 Uhr im Liveticker) hat Dietmar Hamann große Bedenken hinsichtlich eines Engagements des bisherigen Sportchefs der Sachsen nun beim deutschen Rekordmeister geäußert.
„Gemunkelt wird es ja schon länger. Die Frage ist, ob die Bayern das jetzt machen wollen. Überraschen würde es mich nicht“, sagte Hamann in seiner Rolle als Sky-Experte im Vorlauf zur Bundesliga.
Der frühere Nationalspieler und Bayern-Profi gab indes zu bedenken: „Die Leipziger und die Salzburger sind das Feindbild der meisten Fußballfans. Man hat den Jochen Sauer (Leiter des Campus, Anm. d. Red.) in der Akademie, man hat den Christoph Freund als Sportdirektor, jetzt kommt vielleicht der Dritte mit RB-Vergangenheit.“
Für seinen früheren Klub sei es daher „eine sehr gefährliche Situation“.
Hamann: Eberl-Aus „eine Frage der Zeit“
Eberls Aus in Leipzig kommt für Hamann jedoch keineswegs gänzlich überraschend: „Die Stimmen hat man ja schon länger gehört, dass es da nicht hundertprozentig flutscht. Er hat nach 28 Minuten die Pokalfeier verlassen, keine Rede als Verantwortlicher gehalten.“
Wenngleich der Zeitpunkt des Eberl-Knalls beim DFB-Pokalsieger nicht absehbar gewesen sei, „war es nur eine Frage der Zeit“.
Dass der frühere Macher von Borussia Mönchengladbach zuletzt einen guten Job gemacht hat („Man muss ihm lassen, dass er bei Leipzig einen hervorragenden Kader zusammengestellt hat“), steht für Hamann zwar außer Frage.
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Allerdings ist für den 50-Jährigen entscheidend, dass die Roten Bullen um den früheren Vorstandsboss Oliver Mintzlaff nach den wiederkehrenden Bayern-Gerüchten auch wiederholt ein klares Eberl-Bekenntnis pro Leipzig vermissten, wie der Klub in einer Mitteilung zu seiner Entscheidung („Fehlendes Commitment zum Klub“) am Freitag andeutete.
„Wenn die Leipziger jetzt vor einem so wichtigen Spiel einen solchen Schritt machen, finde ich es gut und richtig, wenn sie der Meinung sind, dass er nicht mehr hundertprozentig bei ihnen ist“, so Hamann.
„Das zeigt die Schwäche des FC Bayern“
Der frühere Liverpool-Akteur sieht aber auch für die Bayern eine Gefahr im Zuge der Eberl-Personalie, verwies dabei in puncto Identifikationsfigur auf die Bundesliga-Konkurrenz Bayer Leverkusen mit Sportchef Simon Rolfes), Borussia Dortmund (Sebastian Kehl) sowie Union Berlin und den SC Freiburg.
„Das zeigt die Schwäche des FC Bayern im Moment. Dass man es nicht geschafft hat, Leute da reinzustellen oder hochzuziehen und denen das Vertrauen zu geben und ihnen zu sagen: ‚So, ihr seid jetzt die Nächsten. Ihr macht das in einem Jahr oder in zwei, drei Jahren‘“, meinte Hamann.
„Das zeigt, wo die Bayern stehen. Denn eines haben sie nicht und das ist Identifikation. Und davon lebt ein Verein oder davon leben die großen Vereine. Und ich glaube, die Bayern müssen sehr vorsichtig sein, dass sie nicht ein Verein werden, wie jeder andere“, fügte er hinzu.