Ständig Wirbel, gekrönt vom Skandal um den Schlag von Sadio Mané – und jetzt auch noch in der Bundesliga der Patzer gegen Hoffenheim (1:1): Der FC Bayern kommt einfach nicht zur Ruhe.
Für die Ex-Bayern-Spieler Lothar Matthäus und Dietmar Hamann sind daran auch die Bayern-Bosse zu einem erheblichen Teil mitschuldig.
Hamann schimpft über Disziplinlosigkeit bei Bayern
„Diese Disziplinlosigkeiten gibt es schon seit einigen Wochen. Da hätte man früher reagieren müssen“, echauffierte sich Hamann nach dem Mané-Schlag bereits vor dem Hoffenheim-Patzer bei Sky und verwies auf andere Brandherde beim Rekordmeister, die nicht rechtzeitig gelöscht worden seien.
„Gnabry hätte man schon suspendieren müssen“, meinte Hamann mit Blick auf den viel kritisierten Paris-Ausflug des Offensivspielers.
Sein Experten-Kollege Lothar Matthäus ging sogar noch einen Schritt weiter: Es sei „absolut“ der Tiefpunkt bei Bayern in den letzten Jahren, weil so viel Chaos im Umfeld herrsche.
Matthäus zählt Bosse an
„Mané, Sané, der Torwarttrainer wurde entlassen, der Maulwurf erst bei Nagelsmann und jetzt wieder in Manchester… Da müssen die Verantwortlichen mal kommunizieren“, wütete Matthäus nach dem Hoffenheim-Spiel. Für ihn lassen Sportvorstand Hasan Salihamidzic, Vorstandsboss Oliver Kahn, Präsident Herbert Hainer und Co. zu viele Fragen offen.
„Mané ist bestraft worden – aber wie ist er bestraft worden? Keine Zahl wurde genannt. So wird weiter diskutiert, die Journalisten werden weiter die Bayern-Bosse fragen: Was muss Mané bezahlen für den Schlag gegen Sané?“, schimpfte die Bayern-Legende weiter: „Ja, sag doch diese Zahl! Und das Thema ist vergessen. Warum sagt man es nicht?“
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nCAPTION: Bayern-Patzer gegen Hoffenheim! Thomas Tuchel sieht "großen Rückschritt"
nDESCRIPTION: Der FC Bayern enttäuschte gegen Hoffenheim und spielte nur remis. Für Trainer Thomas Tuchel ist das eindeutig zu wenig, was der Rekordmeister derzeit auf dem Platz zeigt.
Auch ein fast vergessenes Thema rückte Matthäus wieder in den Vordergrund. „Auch Manuel Neuer – ist er jetzt schon bestraft worden? Das ist ja auch noch ein offenes Thema“, erinnerte er an das brisante Interview des Keepers, der durch seinen Skiunfall die komplette Rückrunde verpasst und nach der Entlassung seines Kumpels und Torwarttrainers Toni Tapalovic gegen Bayern ausgeteilt hatte.
Matthäus: Chaos im Umfeld belastet Bayern-Psyche
Für Matthäus sind dies alles Baustellen, die zur sportlichen Krise (Pokal-Aus, Klatsche im CL-Viertelfinale) einen großen Teil beitragen.
„Man sollte diese Diskussionen einfach schneller beenden, weil sie die Mannschaft, die Psyche belasten. Um einfach Ruhe reinzubekommen“, forderte er daher: „Es ist ja nicht nur auf dem Platz die Performance nicht da. Drumherum gibt es ja eine Schlagzeile nach der anderen. Daher kommen dann auch die Ergebnisse: Wenn du im Umfeld Unruhe hast, überträgt die sich automatisch auf den Platz. Das ist nicht verwunderlich.“
„Nicht das Gefühl, dass eine Mannschaft auf dem Platz steht“
Auch Hamann sah gegen Hoffenheim einen völlig verunsicherten FC Bayern: „Man hat nicht das Gefühl, dass da eine Mannschaft auf dem Platz steht. Der Zusammenhalt fehlt, dass Einer für den Anderen da ist, den Fehler wettmachen will. Das sehe ich nicht. Jeder schaut auf sich, ist mit sich selbst beschäftigt. Zusammenhalt, Zusammenspiel ist weder defensiv noch offensiv zu sehen.“
Insgesamt keine allzu guten Vorzeichen für das Rückspiel gegen Manchester City am Mittwoch. „Auf kurze Zeit kannst du gar nichts machen“, meinte Hamann resignierend: „Mané reinschmeißen und hoffen, dass der die 90 Minuten seines Lebens spielt. Aber mit fehlt da die Fantasie.“