Was war das für ein Drama am letzten Spieltag für Hertha BSC!
Zuerst ging die Hertha gegen den BVB mit 1:0 in Führung, verlor aber am Schluss noch äußerst bitter mit 1:2. Ein Unentschieden hätte den sicheren Klassenerhalt bedeutet. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)
Dann erzielte der VfB Stuttgart in der letzten Minute auch noch den Siegtreffer gegen Köln und beförderte die Berliner damit auf den Relegationsplatz.
- Der STAHLWERK Doppelpass mit Alex Meier, Matze Knop und Stefan Effenberg – Sonntag ab 11 Uhr LIVE im TV und im Stream auf SPORT1
Bobic optimistisch für die Relegation
Im STAHLWERK Doppelpass auf SPORT1 sprach Fredi Bobic über den letzten Spieltag und gab einen Ausblick in Richtung Relegation. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)
„Du musst den Blick nach vorne werfen und positiv bleiben. Du hast zwei Spiele in der Hand, wo du alles noch regeln kannst. Das Wichtigste wird sein, dass man die Mannschaft aufbauen und daran arbeiten muss, dass die Jungs wieder den Glauben daran haben“, zeigte der Geschäftsführer der Hertha Hoffnung.
Und der Blick geht auch schon in Richtung Zukunft. „Da bin ich zuversichtlich, dass wir uns wieder sammeln werden. Das Positive muss jetzt aus den Spielen herausgenommen werden. Wir haben alles reingehauen, aber die Jungs wurden nicht belohnt.“
Kontroverse Schiedsrichterentscheidung
Die Aufreger-Szene im Hertha-Spiel war aber der nach dem Videobeweis gegebene Handelfmeter für den BVB.
Für SPORT1-Experte Stefan Effenberg war die kontroverse Entscheidung richtig. „Für mich war es ein Handelfmeter“, sagte der Champions-League-Sieger von 2001 im STAHLWERK Doppelpass am Sonntag auf SPORT1.
„Unglücklich für den Spieler, weil er nicht wirklich etwas machen kann in dieser Situation, aber es ist die Regel. Ob die Regel jetzt gut ist oder nicht, das können wir diskutieren.“ (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)
Bobic: „Der Regel nach ist es okay“
Bobic gab Effenberg recht, betonte aber auch: „Ich habe mit Tobias Stieler nach dem Spiel gesprochen. Für die Schiedsrichter ist diese Hand-Geschichte nur noch eine Katastrophe. Von der Hintertorkamera sieht man, dass Plattenhardt den Ball gar nicht sehen kann, weil vor ihm ein Spieler von Dortmund positioniert war und der Ball abgefälscht wird. Es ist eine sehr harte Entscheidung, der Regel nach ist es okay.“
Es gelte, sich einmal grundsätzlich mit der Handregel auseinanderzusetzen, er selbst halte die Regel „für sehr sinnlos und nicht richtig, wir Fußballer sehen das ein bisschen anders“, betonte der 50-Jährige.
Dennoch gesteht er: „Das hat aber nichts mit unserer Situation zu tun. Wir versuchen das auch nicht als Alibi zu nutzen, dass wir jetzt Relegation spielen. Die Schiedsrichter selbst wissen manchmal gar nicht, wie sie zu entscheiden haben.“
„Magath in Darmstadt beim Spiel“
Generell habe er auch ein gutes Spiel seiner Mannschaft gestern in Dortmund gesehen. Man habe „leidenschaftlich verteidigt“ und den Dortmundern die Luft genommen, auch in der zweiten Halbzeit.
„Wir hatten das Spiel in der Defensive im Griff. Dann kam dieser Elfmeter. Das hat es schwieriger gemacht“, sagte der enttäuschte Bobic.
Die Augen seien jetzt auf den potenziellen Gegner aus der 2. Liga gerichtet: „Felix Magath wird heute in Darmstadt beim Spiel sein, Mark Fotheringham wird in Rostock sein beim Spiel, so werden wir uns den potenziellen Gegner noch direkt anschauen.“
Fredi Bobic stellt sich hinter Magath
Der Fokus werde zudem nur auf den zwei Spielen liegen, eine Diskussion über den Trainer sei jetzt nicht wichtig.
„Ich bin froh, dass genau in dieser Situation Felix Magath bei uns ist. Wir unterstützen ihn, wo wir nur können, dass wir die Liga halten“, stärkt Bobic Trainer Felix Magath demonstrativ den Rücken.
Das Minimalziel Bundesliga gilt es jetzt zu erreichen, fordert Bobic: „Die Mannschaft will, das merkt man auch, wie viele Kilometer sie abreißt, wie sie fightet, präsent ist.“
Man müsse „die vergangenen drei Spiele, wo wir den Matchball hätten nutzen können, auch erstmal psychisch verkraften. Es ist an der Zeit, die Mannschaft psychisch komplett auf Vordermann zu bringen und den Fokus für die Relegationsspiele hinzubekommen.“