Der FC Bayern trifft am Wochenende auf Borussia Dortmund. Mit einem Sieg kann der deutsche Rekordmeister den zehnten Bundesliga-Titel in Folge klar machen – mit einer klaren Nummer ist aber nicht zu rechnen.
Sagt zumindest der ehemalige Profi und heutige TV-Experte Dietmar Hamann. Gab es in der Vergangenheit vor allem in der Allianz Arena so manchen deutlichen Sieg, wird dieses mal ein offenes Duell erwartet. Und das hat laut Hamann brisante Gründe. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)
„Ich weiß nicht, ob die Bayern im Moment gefestigt genug sind, das zu machen, was sie in den letzten Jahren mit den Dortmundern gemacht haben. Im Moment ist auch relativ viel Unruhe im Verein“, sagte der einstige Bayern-Spieler bei der Bild.
Bayern sei derzeit „keine Mannschaft“. Die turbulenten Zeiten an der Säbener Straße hätten primär mit dem Abgang von Niklas Süle zu tun, der bekanntlich ausgerechnet zu Erzrivale BVB geht.
„Süle-Abgang wird bei Bayern nachwirken“
„Ich glaube schon, dass das direkt damit zusammenhängt, dass Süle nach Dortmund kommt. Ich glaube viele in der Mannschaft haben den Eindruck, dass die Spieler, auf die man sich verlassen kann, einfach gehen können – teilweise ablösefrei wie ein Alaba oder ein Süle“, führte Hamann aus. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)
Bayern-Spieler, die man für viel Geld geholt habe „und keine Leistung bringen, werden geschützt. Ich glaube, dass bei den Bayern deshalb auch das Vertrauen der Spieler in die sportliche Führung gesunken ist und die Bayern deswegen aktuell mehrere Lager in der Kabine haben. Der Süle-Abgang wird bei den Bayern bis in die neue Saison nachwirken.“
Der Verlust von Süle „wurmt die Bayern heute noch. Wenn einer ging, dann ging er vom BVB zu den Bayern und nicht umgekehrt. Jetzt geht einer ablösefrei, in der Blüte seiner Karriere. Das hat es vorher bei den Bayern nie gegeben und sagt viel aus, was bei den Bayern los ist.“
Hamann: Dann ist Dortmund besser aufgestellt als Bayern
Hamann, der in den vergangenen Wochen immer wieder Kritik an den Bayern übte, sieht den BVB in der Zukunft in der Verteidigung besser aufgestellt – wenn neben Süle auch noch Nico Schlotterbeck vom SC Freiburg kommen sollte. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)
„Ich als Spieler würde lieber vor Schlotterbeck und Süle spielen als vor Hernández und Upamecano“, betonte Hamann.
Das Duell mit Dortmund am Samstag (18.30 Uhr) sei von großer Bedeutung, auch wenn es auf das Titelrennen keinen großen Einfluss mehr haben dürfte. „Sollten die Bayern nicht gewinnen und nicht Meister werden, würden die Diskussionen natürlich weitergehen. Und dann muss man schauen, was mit Lewandowski passiert.“
Hamanns Fazit: „Ich glaube schon, dass es im Moment einen Bruch in der Münchener Kabine gegeben hat.“
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