Ex-DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig begrüßt die scharfen Sanktionen gegen Roman Abramowitsch.
„Die Sanktionen sind richtig, dass all diejenigen Verantwortung übernehmen müssen, die mittelbar oder unmittelbar beteiligt sind an diesem Irrsinn“, sagte Rettig im STAHLWERK Doppelpass. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)
Die Regierung hatte den russischen Oligarchen Abramowitsch am Donnerstag auf ihre Sanktionsliste gesetzt und damit auch den FC Chelsea vor massive Probleme gestellt. Die Londoner dürfen ab sofort nur noch dank einer speziellen Lizenz in der englischen Premier League spielen.
Rettig: „Newcastle ist das große Beispiel“
Für Rettig ist es ein generelles Problem in England, da die Premier League sehr vom Geld getrieben sei: „Newcastle ist dabei das große Beispiel, das von einem Unrechtsstaat wie Saudi-Arabien alimentiert wird in einer widerlichen Art – das Land, das Menschen hinrichtet und die meisten Todesurteile vollstreckt.“
Der 58-Jährige fuhr fort: „Da kriege ich wirklich das Kotzen, wenn die Premier League sich immer wieder auf so etwas einlässt und sich rausredet, dahinter stehe doch aber ein investierender Fonds und nicht das Land Saudi-Arabien“, sagte der Ex-Manager von Freiburg, Köln und Augsburg. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)
Dass DFL-Geschäftsführerin Donata Hopfen Ligacup-Spiele in Saudi-Arabien nicht kategorisch ablehnen will, „erschüttert“ Rettig: „Wenn man das alles so sieht, bin ich froh, dass in Deutschland Fans nicht nur gegen 50+1 demonstrieren, sondern auch gegen Gazprom und unsere Fußball-Kultur aufrechterhalten.“
Abramowistch-Spenden? Für Rettig Geldwäsche
Die Begeisterung einiger über die angekündigten Spenden von Roman Abramowitsch (bei einem Verkauf des FC Chelsea soll der Erlös in einem Fonds für Opfer des Ukraine-Kriegs fließen, Anm. d. Red.) kann Rettig ebenfalls nicht teilen. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)
„Das ist eben nicht klasse, was der da macht, weil das Geld nicht sauber verdient ist. Das ist für mich eine moderne Form der Geldwäsche. Das ist genauso, als würde ich Gelder aus kriminellen Machenschaften an mildtätige Zwecke überreichen“, schimpfte er.
Dennoch sieht Rettig positiv, dass der Sport aktuell auch eine Haltung zeigen kann – sogar, wenn man persönliche Nachteile hat: „Das wird auch noch eine Nagelprobe werden mit Blick auf die WM in Katar. Da habe ich auch eine gewisse Erwartungshaltung an den neuen DFB-Präsidenten Bernd Neuendorf.“
Alles zur Bundesliga bei SPORT1:
- Alle Bundesliga News
- Spielplan & Ergebnisse der Bundesliga
- Bundesliga Liveticker
- Tabelle der Bundesliga
- Bundesliga Highlight-Videos
- Statistiken der Bundesliga