Stefan Leitl hat tatsächlich einen Boxsack zu Hause. Doch auf die Idee, sich angesichts der ziemlich trostlosen Lage der SpVgg Greuther Fürth dort mal richtig abzureagieren, seinen Ärger und Frust loszuwerden, ist der Trainer noch nicht gekommen.

Dabei gibt Leitl erwartungsgemäß zu, dass die Situation des Aufsteigers „absolut unbefriedigend ist“.

In der Tat: 14 Spiele, nur ein Punkt am zweiten Spieltag, seitdem zwölf Niederlagen in Serie – trauriger Rekord einer Mannschaft, die mit der Bundesliga offensichtlich völlig überfordert ist. „Es nervt mich“, sagt Leitl, „mich nervt diese Serie, mich nervt, dass wir oft nah dran waren, den Bock aber nicht umstoßen konnten.“ Und ihn nervt, dass seine Spieler immer wieder zu viele Aussetzer haben.

Bundesliga heute: SpVgg Greuther Fürth – Union Berlin

Der Abstieg scheint schon nicht mehr zu verhindern. Bislang gab es in der Bundesliga fünf Mannschaften, die nach 14 Spieltagen noch sieglos waren – keiner gelang es, erstklassig zu bleiben. Fürth hat in bisher 23 Versuchen noch nicht mal ein Heimspiel gewonnen in der Bundesliga. Und wenig spricht dafür, dass sich dies am Sonntag gegen Union Berlin ändert.

Bei allem Frust und Ärger über seine Mannschaft, die am vergangenen Spieltag 1:7 bei Bayer Leverkusen unterging, sagt Leitl tapfer: „Ich bin auch getrieben, es besser zu machen. Wir werden die Mannschaft gut vorbereiten, aber liefern müssen die Jungs auf dem Platz.“ Es sei, fügte er energisch hinzu, „endlich mal an der Zeit zu beweisen, dass wir ein Spiel in dieser Lage gewinnen zu können“.

Den Beweis hätte die Mannschaft nach Meinung von Leitl schon längst erbringen müssen, aber: „Es reicht nicht, nur dabei zu sein, man muss uns spüren, in jeder Phase des Spiels.“ Nur einen guten Ball spielen zu wollen, das reiche in der Bundesliga halt einfach nicht, „wir sind ein Aufsteiger, ein Aufsteiger muss eklig sein in jeder Phase des Spiels.“

Bundesliga: Fürth muss lange auf Funk verzichten

Neben der ligagerechten Einstellung fehlt es freilich auch an der individuellen Klasse, „wir können uns nicht erlauben“, betont Leitl, „dass wir jede Woche drei, vier Spieler haben, die ihr Niveau nicht erreichen, das reicht in der Bundesliga einfach nicht“. Eine Folge der vielen Aussetzer und mangelhaften Gegenwehr: 17 Gegentreffer in den vergangenen drei Spielen.

Zu allem Überfluss fällt nun auch noch Torhüter Marius Funk mit einer schweren Knieverletzung aus. Wobei: Auch mit Sascha Burchert, der zu Saisonbeginn noch die Nummer eins gewesen war, kann es nicht mehr schlechter werden. – Die voraussichtlichen Aufstellungen:

SpVgg Greuther Fürth – 1. FC Union Berlin: Die voraussichtlichen Aufstellungen

Fürth: Burchert – Meyerhöfer, Griesbeck, Bauer, Willems – Christiansen – Seguin, Tillman – Leweling, Itten, Hrgota

Union: Luthe – Friedrich, Knoche, Baumgartl – Trimmel, Khedira, Gießelmann – Haraguchi, Prömel – Awoniyi, Kruse

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Einzelticker: Bundesliga: SpVgg Greuther Fürth – Union Berlin, 15.30 Uhr im LIVETICKER

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