Steffen Baumgart hat sich in die Debatte um den zurückgetretenen Nationalspieler Toni Kroos eingeschaltet.
Der Trainer des 1. FC Köln verteidigte den Superstar von Real Madrid gegen die Kritik von Bayern Münchens Aufsichtsratsmitglied Uli Hoeneß. Dieser hatte Kroos’ Fußball-Stil im Doppelpass auf SPORT1 als nicht mehr zeitgemäß bezeichnet. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)
“Bei anderen Teams geht es mit Zug nach vorne, und bei uns wurde quer gespielt, quer gespielt, quer gespielt”, sagte Hoeneß nach dem Achtelfinal-Aus des deutschen Teams bei der EM.
Baumgart erwiderte nun öffentlich: “Uli Hoeneß ist eine der größten Persönlichkeiten im deutschen Fußball. Ich habe großen Respekt vor ihm. Aber im Fall Toni Kroos muss ich seine Aussagen nicht gut finden.”
Baumgart vermutet “andere Ebene” bei Kritik
Im Interview mit der Sport Bild verwies er auf Statistiken, die klar aufzeigten, dass “Kroos von allen deutschen Spielern die meisten vertikalen Pässe gespielt hat”. Einen ähnlichen Hinweis hatte auch Kroos als Reaktion auf die Hoeneß-Aussagen gemacht.
“Aus meiner Sicht hatte das nichts mit Kritik zu tun, vielleicht ging es da um eine andere Ebene”, mutmaßte Baumgart. Kroos hatte bis 2014 beim FC Bayern gespielt, man konnte sich jedoch nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen. Er ging zu Real.
Baumgart ist seit jeher ein meinungsstarker Protagonist im deutschen Fußball und stellt seine Sicht der Dinge stets klar da. Vor der EM hatte er unter anderem Nationalspieler Marco Reus kritisiert, weil dieser nach diversen Verletzungsproblemen auf das Turnier verzichtet hatte. (SERVICE: Bundesliga-Spielplan zum Ausdrucken)
Baumgart damals: “Diese EM ist für ihn mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die letzte Chance, einen großen Titel zu gewinnen – und er macht lieber Urlaub.”
Nun bekräftigte er seine Aussagen erneut: “An seiner Stelle hätte ich es anders gemacht. Mehr wollte ich nicht ausdrücken. Und ich erkläre das gerne: Wenn ich verletzungsbedingt drei Turniere verpasst habe und bin jetzt in der Blüte meiner Zeit, dann hätte ich die Chance genutzt.”
Er respektiere Reus’ Entscheidung aber dennoch.